Moskau - Zu Beginn des 23. Moskauer Filmfestivals hat Programmdirektor Kirill Raslogow die Auswahl der 16 Wettbewerbsfilme verteidigt, unter denen erstmals kein offiziell russischer Streifen ist: "Bei der Berlinale ist auch in drei von vier Jahren kein deutscher Film vertreten, und das ist für das deutsche Volk keine Katastrophe". Das Festival in Moskaus größtem Kino "Rossija" wurde am Freitag mit dem französischen Sensationserfolg des Jahres, "Amelie" von Jean-Pierre Jeunet, eröffnet. Gastgeber des Filmtreffs bis zum 30. Juni ist wie immer der russische Starregisseur Nikita Michalkow ("Urga", "Der Barbier von Sibirien"), der Präsident des Russischen Verbandes der Filmemacher, den Juryvorsitz übernimmt die deutsche Regisseurin Margarethe von Trotta. Der internationale Rang des Moskauer Filmfestivals stand immer wieder in Frage, es gehört aber weiterhin zur Kategorie der so genannten A-Festivals wie Cannes oder die Berlinale. In diesem Jahr wird es erstmals im Juni abgehalten und damit früher als sein Hauptkonkurrent für den mittel- und osteuropäischen Markt, das offiziell als B-Festival geltende, aufstrebende Filmfest in Karlovy Vary (Karlsbad) in Tschechien im Juli. Aus österreichischer Sicht ist die Teilnahme von Goran Rebic' "The Punishment" in der Reihe "Freedom Film Festival" bekannt. Internationalen Glamour bringen unter anderem Berlinale-Sieger "Intimacy" von Patrice Chereau und der bereits in Cannes gezeigt Schlussfilm "Moulin Rouge" von Baz Luhrman nach Moskau. Als deutsche Filme werden "Im Juli" von Fatih Akin, "Lost Killers" von Dito Tsintsadze, "Berlin is in Germany" von Hannes Stöhr sowie "Für mich gabs nur noch Fassbinder" von Rosa von Praunheim gezeigt. "Quickie" des russischen Regisseurs Sergej Bodrow läuft im Wettbewerb, wenn auch offiziell als deutscher Beitrag, weil er mit Geldern aus Deutschland produziert worden sei. Der Film über die Abenteuer eines russischen Millionärs in Los Angeles "wendet sich vor allem an russische Kinogänger, hat aber auch ein internationales Kinopublikum im Blick", sagte Programmdirektor Raslogow. (APA/dpa)