Wien - Am Samstag wird in Dornbirn die "Unabhängige Bildungsgewerkschaft" offiziell aus der Taufe gehoben. In Vorarlberg hat sich heftige Kritik an den Dienstrechtsänderungen für Lehrer entzündet. Viele wollten streiken - und nicht nur Dienst nach Vorschrift an den AHS leisten, wie die "alte" Gewerkschaft empfiehlt. Im Ländle werden höhere Gehaltseinbußen erwartet, weil es noch mehr Überstunden gibt, die neu geregelt werden. 500 Mitglieder sind verzeichnet, im Herbst soll eine Wiener Landesorganisation gegründet werden. In der "offiziellen" AHS- Lehrergewerkschaft wird der Mitgliederschwund mit ungefähr einem Prozent beziffert. Standesvertreter Helmut Jantschitsch hat grundsätzlich Verständnis für den Unmut der Lehrer: Niedrige Gehaltsabschlüsse, Dienstrechts- und Pensionsreformen sowie das Damoklesschwert, möglicherweise nicht mehr pragmatisiert zu werden, haben zu "kumulativem Frust" geführt, sagt Jantschitsch im Standard- Gespräch. Er hat einen "Maßnahmenkatalog" an die Schulen gesandt, wonach Klassenvorstände (die keine "Abschlagsstunde" mehr bekommen) ihre Aktivitäten - etwa bei der Schulbuchaktion - "auf ein angemessenes Maß" einschränken könnten. Was das heißt? "Dann müssen eben die Schüler selbst mehr aktiv werden", meint Jantschitsch. Einen Teilsieg gegen die "Verhaltensvereinbarungen" an Schulen vermeldete am Dienstag die Aktion Kritischer Schüler: Im Linzer Gymnasium Auhof muss auf Druck des Landesschulrates die "Compensation Time" für Verstöße gegen die Hausordnung wieder abgeschafft werden. (DerStandard,Print-Ausgabe,20.6.01,mon)