In der Frage der angedachten Haftstrafen für Journalisten sieht Justizminister Dieter Böhmdorfer (F) inzwischen eine "Versachlichung der Diskussion". Im Interview mit dem "Kurier" (Mittwoch-Ausgabe) hält er zu diesem Thema fest: "Wenn ein öffentliches Interesse besteht, kann man immer berichten - von diesem Prinzip wird nicht abgewichen." Auf die Frage, ob in der Endfassung der zu reformierenden Strafprozessordnung Haftstrafen für Journalisten vorgesehen sein werden, antwortete der Minister: "Wenn es nach meinem Willen geht, nicht. Ich glaube auch, dass es sinnvoller ist, mit entsprechend hohen Geldstrafen korrigierend einzugreifen." Sein Verhältnis zu Journalisten hätte Böhmdorfer "gern noch viel mehr entkrampft". Der Minister weiter: "Ich habe das Gefühl, viele verzeihen mir nicht, dass ich als Rechtsanwalt sehr erfolgreich gegen Medien tätig war. Ein Justizminister, der mit 57 Jahren dieses Amt antritt, hat seine persönliche Geschichte. Damit muss ich leben." (APA)