Wien - Eine "Heutigkeit" war eines der Hauptkriterien, die die Jury beim Burgtheater-Dramenwettbewerb "take away - Ein Stückemarkt" an die rund 200 eingereichten Arbeiten anlegte, so Dramaturg Björn Bicker, Jurymitglied und einer der Wettbewerbs-Konzipierer. Mit maximal 2.000 Wörtern und höchstens vier Figuren sollten sich junge Autoren dem Thema "take away" annähern. Das Thema gebe "sowohl etwas Konkretes, Faktisches wieder als auch viel Freiraum für die Phantasie der Autoren", so Bicker. Das hätten die eingereichten Arbeiten "dann auch gezeigt", es sei ein weites Spektrum an unterschiedlichsten Themen behandelt worden. Am 28. Juni werden vier ausgewählte Stücke in einer szenischen Lesung im Kasino am Schwarzenbergplatz präsentiert. Darunter befinden sich ein "Text mit besonderer literarisch-poetischer Qualität" (Mathieu Bertholets "DISCOTHEQUE"), ein "Sirtaki - Eine Shakespeare Animation" von Bernhard Studlar , eine Pizzaservice-Utopie (Carsten Brandaus "PIZ-SER-Abend. 1999 Wörter und ein Kuß") und Medienreflexion: Philipp Preus' Text "Die Welt oder: Zellteilung im Zeitalter der Einzelhaft", der "ganz dezidiert die Medienwelt aufgreift, indem er Jenny Elvers und Alex über ihr Leben als Medienfiguren reden lässt". Die Juroren (neben Bicker noch Dieter Boyer, Hans Mrak, Stephan Rottkamp und Ilona Glöckl) legten besonderen Wert auf den "Bezug zu unserer Lebenswelt". Auf eine "schnelle improvisierte und spontane Art" sollen die Texte bei der szenischen Lesung umgesetzt werden. Die fünf Schauspieler (Jana Becker, Johanna Eiworth, Michele Cuciuffo, Daniel Jesch und Rafael Schuchter) werden "relativ frisch mit den Texten konfrontiert" sein und Musik, Bühne und einige Requisiten zu ihrer Verfügung haben, um die Texte umzusetzen. "Das Ganze soll einen spontanen und improvisierten Charakter bekommen", so Bicker. Im Anschluss an die Lesung gibt es eine Diskussionsrunde mit den Autoren. Weitergehende Aktivitäten mit den Texten seien nicht geplant. (APA)