Wien - Der Privatisierungsprozess für das Auktionshaus Dorotheum ist eingeleitet. Bis Montag den 19. Juni hatten potenzielle Investoren wie berichtet Zeit, ihr Interesse an der Teilnahme am Auktionsverfahren bei der Londoner Investmentbank UBS Warburg zu deponieren. Das Magazin "News" nennt als potenzielle Interessenten und Favoriten unter anderem den Ex-Lebensmittelhändler und Nobelbankier Julius Meinl V. und die New-Economy-Unternehmer Erwin Soravia und Christoph Dichand (OneTwoSold). Ein "interessanter Kandidat" wäre das Dorotheum laut "News" ferner für den Investmentbanker Johannes Strohmayer, dessen Euro Capital Partners Investmentberatung GmbH schon die Österreichische Staatsdruckerei übernommen hat. Eine passende Erweiterung wäre das Dorotheum auch für ein internationales Auktionshaus wie Christie's, schreibt das Magazin weiter. Anders als Konkurrent Sotheby's - dessen Österreich-Geschäftsführerin eine Teilnahme am Bieterverfahren dementierte - soll das renommierte Unternehmen zum Kreis der Interessenten gehören. Christie's Österreich gab aber keinen Kommentar ab. Ebenso unkommentiert ließ der Wäschekonzern Palmers unter Führung von Rudolf Humer sein kolportiertes Begehren nach dem Auktionshaus. Eindeutig dementiert hat bereits Österreichs größter Immobilienbesitzer, Karl Wlaschek. Unkommentiert blieb ein in Medien genanntes Interesse durch das US-Online-Auktionshaus ebay. "Interne Erfolgslatte" Laut "News" peilt die Verkäuferin ÖIAG als "interne Erfolgslatte" eine glatte Milliarde Schilling als Verkaufserlös an. Was nach inoffiziellen Investorenangaben aber als unwahrscheinlich gewertet werde. Für die Bietergruppe um Erwin Soravia liege der Wert des Dorotheums in einer groben Schätzung bei 600 "bis maximal 800 Mill. S (58 Mill. Euro)." Immobilien-Wert umstritten Umstritten sei der wahre Wert der Dorotheum-Immobilien. Eine Studie taxiere das Vermögen an Geschäftshäusern, deren Glanzstück das Wiener Innenstadtpalais darstelle, auf gut 500 Mill. S. Freilich sinke ohne Dorotheum der Wert der Prunk-Immobilie rapide. Zu erwarten sei, so heißt es im Magazin weiter, dass die drei Geschäftsfelder Auktionen, Pfandleihanstalt und Schmuckhandel (das Dorotheum ist der größte Schmuckhändler des Landes) künftig in getrennten Gesellschaften, wenn auch unter einem Dach, geführt werden, um sie jeweils zu optimieren. Das Jahr 2000 hat dem im Jahr 1707 gegründete Dorotheum mit einem Umsatz von 1,532 Mrd. S (111,3 Mill. Euro) das beste Geschäft der Geschichte gebracht. (APA)