Santiago de Chile - Ein Ölunfall, der sich bereits Ende Mai ereignete, bedroht weiter die Tier- und Pflanzenwelt im Süden Chiles. Man habe sehr viele mit Öl verschmutzte Fische, Schalentiere und Pflanzen entdeckt, erklärte ein Sprecher der Provinzhauptstadt Coihaique. Experten seien in der betroffenen Region Aysen deshalb weiter im Einsatz, um Wasser und Strände zu säubern und die zum Teil sehr seltene Flora und Fauna zu retten. Bereits am 25. Mai waren aus dem argentinischen Tanker "Jose Fuchs" im Kanal Moraleda etwa 1.700 Kilometer südlich von Santiago rund 350.000 Liter Erdöl ausgeflossen. Das Ausmaß der Umwelt-Tragödie wurde den Behörden aber offenbar erst in den vergangenen Tagen bewusst. Die Nationale Wald-Behörde CONAF teilte jetzt mit, durch die starke Verunreinigung der Schalen- und Weichtiere sowie der Algen seien auch jene größeren Tiere bedroht, die sich davon ernährten. Die betroffene Region Aysen gilt als "Naturparadies" und lebt vor allem von der Fischerei und vom Tourismus. Die chilenischen Behörden leiteten eine Untersuchung des Tankerunfalls ein. Nach Medienberichten hatte der Schiffskapitän das Leck bemerkt, trotz des ausströmenden Erdöls aber die Fahrt fortgesetzt und so den Kanal Moraleda auf einer Länge von rund 120 Kilometern verschmutzt. (APA/dpa)