Tirana - Rund 2,5 Millionen Albaner sind am Sonntag zur Wahl eines neuen Parlaments aufgerufen. Um Zusammenstöße und Ausschreitungen zu verhindern, wurden Armee und Polizei am Freitag zur Bewachung der Regierungsgebäude in der Hauptstadt Tirana abgestellt. Insgesamt stellen sich 38 Parteien der Wahl. Die rund 5.000 Wahllokale im ganzen Land sind von 7.00 bis 18.00 Uhr MESZ geöffnet. Erste Teilergebnisse werden in der Nacht auf Montag erwartet, das Endergebnis will die Zentrale Wahlkommission am Mittwoch vorlegen. Im bisherigen Parlament mit 155 Sitzen hatten die Sozialisten (PSSH) unter Ex-Premier Fatos Nano nach ihrem Sieg bei der Wahl 1997 mit 99 Abgeordneten die absolute Mehrheit und stellten die vergangenen vier Jahre gemeinsam mit kleineren Koalitionspartnern die Regierung. Stärkste Kraft der Opposition wurde bei der letzten Wahl die Demokratische Partei (PDSH) von Ex-Präsident Sali Berisha mit 29 Mandaten. Zwischen diesen beiden Parteien wird auch am Sonntag die Entscheidung fallen. Nach letzten Umfragen, die allerdings als sehr unzuverlässig gelten, liegen die Sozialisten nur knapp vor den Demokraten. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren verlief der Wahlkampf heuer nach Ansicht in- und ausländischer Beobachter wesentlich gemäßigter als in der Vergangenheit. "Wir sehen eine größere demokratische Reife", lobte der Leiter der OSZE-Präsenz in Albanien, der deutsche Diplomat Geert-Hinrich Ahrens. Das Parlament wurde von bisher 155 auf 140 Mandate verkleinert. Für den Parlamentseinzug muss eine Partei eine Hürde von 2,5 Prozent übertreffen. 100 Wahlkreise werden nach dem Mehrheitswahlrecht vergeben und 40 nach dem Verhältniswahlrecht über Parteilisten. Der Wahlverlauf wird von rund 500 internationalen Beobachtern überwacht. (APA)