Wien - Als "Aufforderung zum Gesetzesbruch" haben ÖVP-Bildungssprecher Werner Amon und FPÖ-Wissenschaftssprecher Martin Graf am Freitag im parlamentarischen Wissenschaftsausschuss den Aufruf der designierten neuen Führung der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) zum Boykott der Studiengebühren bezeichnet. Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) stellte im Ausschuss klar, dass jeder, der bezahle, angemeldet sei, wer nicht bezahle, sei nicht angemeldet. "Wer den jungen Menschen etwas anderes rät, schadet ihnen und trägt dafür die Verantwortung", sagte Gehrer laut Parlamentskorrespondenz. Zum Boykottaufruf der ÖH und zur vorgeschlagenen Treuhandlösung bemerkte Gehrer, wenn das Geld des Treuhandkontos fristgerecht an das Bundesrechenamt überwiesen werde, dann sei das in Ordnung. "Wenn das nicht geschieht, dann hat die ÖH ihr Verhalten den Studenten gegenüber, die dann ihrer Rechte verlustig werden, zu verantworten." Die Ministerin ist aber überzeugt, dass die überwältigende Mehrheit der jungen Menschen vernünftig genug sei, dem Aufruf der ÖH nicht zu folgen. Verständnis für den Boykottaufruf zeigte dagegen SPÖ-Wissenschaftssprecher Erwin Niederwieser. (APA)