Washington - Die 36-jährige Amerikanerin, die ihre fünf kleinen Kinder in der Badewanne ertränkt hat, ist am Freitag erstmals vor Gericht erschienen. Im orangefarbenen Gefängnisanzug und ohne sichtliche Emotionen nahm Andrea Y., die unter Depressionen leidet, an der Anhörung teil. Der Richter ernannte einen Pflichtverteidiger für die Frau und verschob die Anklageerhebung. "Der abscheulichste Fall" Staatsanwalt Joe Owmby sagte anschließend, seine Behörde prüfe, ob und wann überhaupt sie den Fall vor Gericht bringt. "Ich bin seit 15 Jahren hier, dies ist der abscheulichste Fall, den ich je erlebt habe", sagte Owmby. Yates leidet an Wochenbettdepressionen. Sie hat bereits einmal versucht, sich das Leben zu nehmen. Die Anklagebehörde sei noch dabei, die polizeilichen Ermittlungsakten zu sichten. Der Frau wird fünffacher Mord vorgeworfen. Darauf steht in Texas die Todesstrafe. Die genauen Anklagepunkte werden bei einer formellen Anklageerhebung vorgetragen, die der Richter am Freitag auf unbestimmte Zeit verschob. Die Tat Andrea Y. hatte die Polizei am Mittwoch zu ihrem Haus gerufen. Ihrem Mann, einem NASA-Computeringenieur, sagte sie am Telefon, es sei etwas passiert. Die angerückten Beamten führte sie in ein Zimmer, in dem die vier Kinder Mary (sechs Monate), Luke (zwei Jahre), Paul (drei) und John (fünf) tot auf dem Bett lagen. Sie wurden wahrscheinlich ertränkt. Der älteste Sohn Noah (sieben) habe gesehen, wie seine Mutter das Baby ertränkte, berichtete die Zeitung "Houston Chronicle" unter Berufung auf einen Polizisten. "Ist was nicht in Ordnung mit Mary?", soll der Bub gefragt haben. Dann flüchtete er. Nach Angaben des Polizisten lief ihm die Mutter nach und zerrte ihn ins Bad. Der Siebenjährige wurde später ertränkt in der Badewanne gefunden. (APA/dpa)