Wien - Die Karawane der Parteibasis in Richtung Pyramide ist lang: Samstag und Sonntag halten die Freiheitlichen ihren Bundeskongress in der "Pyramide", dem Wiener City-Club, ab. Den ganzen Samstag werden die FPÖ-Minister unter dem Motto "Hallo Minister" einen "Sprechtag" für die Parteibasis abhalten. Das Interesse daran ist riesig, jubelt man in der Partei. Über 1000 Mitglieder werden im 20-Minuten-Rhythmus jeweils mit einem Minister sprechen, sagt FP-Klubobmann Peter Westenthaler im STANDARD-Gespräch. Personelle Änderungen oder grundlegende Parteireformen seien nicht vorgesehen, der Kongress stehe im Zeichen des "Dialogs", so Westenthaler. Am Sonntag werden "freiheitliche Ideen" vorgetragen. Auf der Rednerliste stehen nicht nur Parteichefin Susanne Riess-Passer, sondern auch der Vorsitzende der Landeshauptleutekonferenz, Jörg Haider, sowie die Minister für Finanzen, Karl-Heinz Grasser, und Soziales, Herbert Haupt. Dabei soll es um die Bereiche Verwaltungs- und Steuerreform sowie um Budgetpolitik gehen. Im Vorfeld der Veranstaltung wurden die Parteimitglieder eingeladen, schriftlich Reformvorschläge einzureichen. "Mehrere Hundert" sollen eingegangen sein. Die meisten beziehen sich auf Steuer- und Verwaltungsvereinfachungen. Die FPÖ war nie eine traditionelle Mitgliederpartei. Sie verfügt derzeit über rund 50.000 Parteimitglieder (siehe Grafik). Zum Vergleich: SP und VP haben jeweils mehrere Hunderttausend Mitglieder. Den neuesten Mitgliederstand hält die FPÖ unter Verschluss. Verfügbar sind Zahlen bis zum Jahr 2000. (DER STANDARD Print-Ausgabe, 23./24. 6. 2001)