London - Ein riesiger Geier ist in England aus einem Zoo entflogen und schaut sich seit vergangenem Montag das Land an. Alle Versuche, ihn wieder einzufangen, sind bisher fehlgeschlagen. Auf seinem Weg durch den Osten und Süden des Landes folgen ihm nicht nur Falkner und Tierpfleger, sondern auch eine Meute von Reportern, Fotografen und Kameraleuten. Foster, ein drei Jahre alter Ruppell's Geier mit einer Flügelspannweite von 2,50 Metern, hatte am Montag während einer Vorführung im Banham Zoo in Norfolk das Weite gesucht. Nach Angaben seiner Pfleger ist der Vogel harmlos, weil er nur Aas frisst, doch der anglikanische Vikar Barry Naylor beobachtete einen Angriff auf seine Katze. In einem Dorf in der südenglischen Grafschaft Suffolk ließ sich Foster ausgerechnet auf dem Dach der 67-jährigen Witwe Ann Way nieder, die an einer Vogel-Phobie leidet. "Ich hasse Vögel aus tiefster Seele", sagte sie. "Hoffentlich wird er bald wieder eingefangen." Doch weder ausgelegte Hühner noch ein ihm gut bekanntes Geierweibchen konnten Foster bisher bewegen, seinen Ausflug in die Freiheit zu beenden. Sein Pfleger John Dickson sagte am Samstag in der "Times": "Das kann noch Wochen dauern." (APA/dpa)