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New York - Israels Ministerpräsident Ariel Sharon hat die Bereitschaft Israels zur Zurückhaltung gegenüber den Palästinensern als begrenzt bezeichnet. "Es wird nicht zu lange dauern, bis Israel etwas unternehmen muss", sagte Sharon dem amerikanischen Magazin "Newsweek" in einem Interview, das in der Nacht zum Sonntag veröffentlicht wurde. "So kann es nicht weitergehen", fügte er hinzu und warf Palästinenser-Präsident Yasser Arafat vor, ein Hindernis für den Friedensprozess zu sein. "Wenn es ihn nicht gäbe, wäre es einfacher", sagte Sharon. Auf dem Weg in die USA wird Sharon am Sonntag zu Gesprächen in Großbritannien erwartet. "Wir haben es wirklich versucht", sagte Sharon. Seit elf Tagen gilt im Nahen Osten eine Waffenruhe und ein von den USA vermittelter Sicherheitsplan. Trotzdem kam es wiederholt zu Zusammenstößen. Dabei wurden sieben Palästinenser und sechs Israelis getötet. Insgesamt kamen bei dem seit Ende September anhaltenden Palästinenser-Aufstand gegen die israelische Besetzung bisher fast 600 Menschen ums Leben. Sharon forderte, dass international verstärkt Druck auf Arafat ausgeübt werden müsse, damit er Terror, Gewalt und Hetze von palästinensischer Seite stoppe. Mehr und mehr Experten in Israel kämen zu dem Schluss, dass Arafat den Friedensprozess behinderte. "Ich glaube, er ist ein Hindernis", sagte Sharon. Waffenruhe Palästinenserpräsident Yasser Arafat hat seinen Aufruf zur Waffenruhe am Samstag noch einmal bekräftigt. Arafat erklärte ausdrücklich, dass jüdische Siedler nicht von Palästinensern attackiert werden sollten. "Ich habe eine totale Feuerpause verkündet, und die palästinensische Führung hat dies angenommen, sie (die Feuerpause) schließt alle Israelis ein", sagte Arafat dem israelischen Rundfunk. Seit Beginn der Al-Aksa-Intifada vor neun Monaten haben Palästinenser mehr als zwei Dutzend jüdische Siedler getötet. Auch am Samstag kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Israelische Soldaten erschossen nahe einer jüdischen Siedlung an der Grenze zum Gazastreifen einen Palästinenser. Zu dem Feuergefecht nahe der jüdischen Siedlung Kissufim kam es, als drei mit Pistolen und Handgranaten bewaffnete Palästinenser versuchten, die Grenze zwischen Israel und Gaza zu überqueren, wie die israelische Armee mitteilte. Ein Palästinenser sei erschossen, die beiden anderen festgenommen worden.(APA/Reuters)