Wien - Die Volkswirte der Bank Austria haben ihre Prognose für das heurige Wirtschaftswachstum in Österreich nach unten revidiert, berichtet das Nachrichtenmagazin "profil" am Montag. Nachdem die ursprüngliche Prognose von einem Wachstum des Brutto- Inlandsproduktes (BIP) von 2 Prozent ausging, lautet die Schätzung jetzt 1,7 Prozent. Interessant ist diese Korrektur vor allem im Hinblick auf die bevorstehenden Konjunkturprognosen des Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO) und des Instituts für Höhere Studien (IHS), die am kommenden Freitag veröffentlicht werden. Die letzten Prognosen der Institute, die im März verlautbart worden waren, waren für heuer von einem Wirtschaftswachstum von 2,2 Prozent (WIFO) beziehungsweise 2,3 Prozent (IHS) ausgegangen. Mittlerweile ist klar, dass beide Institute ihre Prognosen ebenfalls korrigieren werden. Während WIFO- Konjunkturexperte Ewald Walterskirchen dem "profil" erklärt, "ein Wert von unter 2 Prozent ist nicht auszuschließen", meint IHS-Chef Bernhard Felderer, die korrigierte Prognose werde sich um die Marke von 2 Prozent bewegen. Bank-Austria-Chefsvolkswirtin Marianne Kager begründete die nun vorgenommene Korrektur einerseits mit der schlechten Entwicklung der österreichischen Exporte: Im März habe es ebenso wie im Februar einen Rückgang der Ausfuhren gegeben. Andererseits hätte sich auch die wirtschaftliche Situation in Deutschland, so Kager, deutlich verschlechtert: Im zweiten Quartal sei dort das BIP-Wachstum gegenüber dem ersten Quartal bei Null gelegen. Zur wirtschaftlichen Situation in Österreich erklärt Konjunkturexperte Walterskirchen: "In den USA und einigen europäischen Ländern - wie Deutschland und Italien - ist die Gefahr einer Rezession durchaus gegeben. Sollte dieser Fall eintreten, könnte es auch in Österreich zu einer Rezession kommen. Das ist nicht wahrscheinlich, aber auch nicht auszuschließen."(APA)