Graz - Herbert Paierl macht Ernst. Der steirische Finanz-und Wirtschaftslandesrat ist fest entschlossen, seine angekündigten Privatisierungspläne umzusetzen. Als erster Schritt soll bereits am Montag per Landesregierungsbeschluss eine Grazer Wirtschaftsprüfungskanzlei beauftragt werden, die zum Verkauf anstehenden Landes-Beteiligungen zu bewerten.

Paierl plant die Veräußerung der Therme Loipersdorf, der Kur- und Fremdenverkehsbetriebe Bad Radkersburg, der Skilifte Planai-Hochwurzen, Reiteralm, Riesneralm, Galsterbergalm und Lachtal. Verkauft werden sollen auch die Hauser Kaibling Seilbahn- und Lift GmbH, die Präbichl Bergbahnen, die Turracher Seilbahn- und Lift GesmbH sowie die Loserstraße Bau- und BetriebsgmbH &Co KG, die oststeirische Thermalwasserverwertung GmbH und auch die Landesdruckerei. In einem gesonderten Verfahren sollen letztlich auch die Anteile an der Hypo, am Grazer Flughafen sowie der steirischen Energieholding Estag abgegeben werden.

"Wir wollen das lang angekündigte Privatisierungsvorhaben jetzt professionell und ohne Zeitdruck umsetzen. Es wird nichts verscherbelt, so viel kann ich versprechen", sagte Paierl im Gespräch mit dem STANDARD.

Nach den Bewertungen der Beteiligungen soll noch im Frühherbst ein detailliertes Privatisierungskonzept erstellt werden, mit einer Umsetzung könne noch in diesem Jahr gerechnet werden, kündigt der Finanzlandesrat an. Privatisierungskritikern will Paierl entgegenhalten, dass das Land auch weiterhin als Eigentümer auftreten werde, allerdings nur in einer "Impulsfunktion".

(Walter Müller, Der Standard, Printausgabe, 25.06.2001)