London - John McEnroe hat als Wimbledon-Sieger 2001 Tim Henman auf der Liste. "Ich glaube ernst daran, er wird den Titel gewinnen", schrieb der einstige Tennis-Hero in seiner Kolumne im "Sunday Telegraph". Vorausgesetzt allerdings, dass der 26-jährige Engländer auf dem Platz lockerer wird und die Zuschauer nicht als Druck, sondern als echte Unterstützung nützt. "Er muss an dieser Situation auch etwas Spaß haben", so McEnroe, der als Aktiver sportlich und auch nicht sportlich viel zur Unterhaltung des Publikums beigetragen und Wimbledon selbst drei Mal gewonnen hatte. "Wenn Henman einst in besonderer Erinnerung bleiben will, dann muss er einen großen Titel gewinnen", meinte der US-Boy. Vor allem der Triumph in Wimbledon würde dazu wesentlich beitragen, wäre er doch der erste seit Virginia Wade 1977, der im Mekka des Tennissports für Großbritannien einen Einzeltitel gewinnt. Der bisher letzte männliche Turniersieg datiert sogar schon aus dem Jahr 1936 (Fred Perry). "Er macht einen blendenden Eindruck, schaut fit aus wie noch nie, scheint mental auf der Höhe zu sein und spielt gut", lobt McEnroe den Mann aus Oxford, der bisher in sieben Jahren Wimbledon zwei Mal das Halbfinale erreicht hat. Sollte alles nach Plan verlaufen, dann träfe der als Nummer sechs gesetzte Henman allerdings schon im Viertelfinale auf Rasen-König Pete Sampras, der auf seinen achten Wimbledon-Titel los geht. (APA/Reuters)