Los Angeles - Wissenschaftler des Cedars-Sinai Medical Center haben erfolgreich einen neuen diagnostisch bildgebenden Wirkstoff getestet, der die Erkennung einer Ausbreitung von Lungenkrebs deutlich verbessert. "Tc-99m Depreotide" erwies sich dabei als effektiver als eine alleinige Untersuchung mittels Computertomografie (CT). Depreotide ist 30 Prozent empfindlicher bei der Erkennung von Krebs, der sich in die Lymphknoten im Bereich Lungenhilus und Scheidewand ausgebreitet hat. In Zukunft soll das neue Agens verbesserte Behandlungsansätze ermöglichen und sogar einen Teil der operativen Eingriffe überflüssig machen. Der Nuklearmediziner Alan Waxman erklärte, dass ein Depreotide-Scan die Tumorknötchen der CT besser charakterisiere und auch bösartige Tumore in den zentraleren Bereichen des Brustkorbes mit größerer Treffgenauigkeit als mit reiner CT entdecke. CT-Scans machten häufig kleinere Tumore außerhalb der Lunge nicht sichtbar und unterschieden nicht zwischen bösartigen und gutartigen Tumoren. An der aktuellen Studie nahmen 45 Lungenkrebs-Patienten teil. Nach der Injektion von Tc-99m Depreotide wurden mit einer Spezialkamera Bilder der Lunge angefertigt. Diese Scans wurden vier Wochen vor der Biopsie durchgeführt und in der Folge mit den pathologischen Ergebnissen des entnommenen Gewebes verglichen. In 94 Prozent der Fälle entdeckte Depreotide die so genannten SPNs (single pulmunary nodule), jene abnormale Anhäufung von Zellen in der Lunge, die krebsartig sein kann. Die Fähigkeit Krebs auszuschließen, lag hier bei 78 Prozent. Bei Lungenhilus und Scheidewand lag die Empfindlichkeit bei 100 Prozent, die Spezifität bei 80 Prozent. Falsch positive Testergebnisse traten bei 22 Prozent der Teilnehmer auf, was auf einen Krebs hinweist, obwohl kein pathologischer Nachweis vorhanden war. CT-Scans wiesen eine Empfindlichkeit von 60 Prozent auf und eine Spezifität von 70 Prozent. (pte)