München - Ein halbes Jahr vor der Einführung des Euro schlummern trotz der groß angelegten "Schlafmünzen-Kampagne" noch immer tonnenweise Münzen in Deutschlands Sparschweinen. Während der rund vierwöchigen Aktion mit dem Fernsehmoderator Günther Jauch "Her mit den Schlafmünzen" seien nur 4,5 Milliarden Münzen zur Bank gebracht worden, sagte der Eurobeauftragte des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Reinhold Rickes, am Montag in München. Die Bundesbank hatte die Rückgabe von 8 Milliarden Münzen während der Aktion angestrebt. Jeder Einzelne brachte im Durchschnitt Kleingeld im Wert von 306 DM (156 Euro/2.153 S) zur Bank - damit wurden insgesamt 1,5 Milliarden DM abgegeben. Rickes forderte die Bundesbank auf, die Aktion vor dem Weltspartag am 30. Oktober zu wiederholen. "Das Schlafgeld muss nochmals geweckt werden", sagte er. In einer Umfrage im Februar hätten 42 Prozent der Befragten angekündigt, an der Aktion teilnehmen zu wollen. Tatsächlich hätten während der Kampagne im Mai aber nur acht Prozent ihre Münzen an die Bankschalter zurück gebracht. Bei einer weiteren Aktion würden einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts "Emnid" zufolge jedoch 54 Prozent mitmachen. "Deshalb muss die Aktion weitergeführt werden", sagte Rickes. Bis zur Einführung der neuen Währung Anfang kommenden Jahres rechnen die Banken mit der Rückgabe von rund 28,5 Milliarden Münzen. Durch die "Schlafmünzen-Kampagne" wollten Bundesbank und Kreditwirtschaft vermeiden, dass es in der "heißen Phase" der Einführung des Euro-Bargelds zu langen Schlangen an den Schaltern der Kreditinstitute kommt. Die Bundesbank hat nach eigenen Angaben einen zweistelligen Millionen-Betrag in die Werbeaktion investiert. Dennoch steht den Banken der Umfrage zufolge am 1. Jänner 2002 ein enormer Andrang bevor. 36 Prozent gaben an, sich direkt am ersten Tag der Währungseinführung mit dem neuen Geld eindecken zu wollen. Im Februar hatten es nur 29 Prozent so eilig. Das Wissen über die neue Währung hat sich in Deutschland deutlich verbessert. Inzwischen wissen der Umfrage zufolge 72 Prozent der Befragten, dass der Euro ab dem 1. Jänner 2002 alleiniges gesetzliches Zahlungsmittel ist. Im Februar hätten nur rund 50 Prozent das richtige Datum angeben können. (dpa/APA)