Berlin - Das Künstlerpaar Christo und Jeanne-Claude will in einer weltweit einmaligen Doppelausstellung im Berliner Gropius-Bau einen umfangreichen Überblick über seine frühen Werke geben. Einige der 420 ausgestellten Werke werden dabei vom 9. September bis zum 30. Dezember erstmals der Öffentlichkeit präsentiert, wie Christo am Montag in Berlin sagte. Neben Arbeiten aus den Jahren 1958 bis 1969 und einer Dokumentation über den verhüllten Reichtag 1995 ergänzt die Schau "Works in Progress" im Berliner Kunstverein das Projekt. Die frühen Arbeiten stammen den Angaben zufolge aus 168 Museen und Privatsammlungen in den USA, Südamerika, Australien, Japan und Europa. Unter anderem sind verhüllte Objekte, Ölfässer, Vitrinen und Ladenfronten zu sehen. "Auf diese Weise wird transparent, woher wir kommen", sagte Christo. Viele spätere Werke würden auf diese Weise erklärt. Außerdem sind Pläne, Zeichnungen und maßstabsgetreue Modelle für temporäre Stadtprojekte und verhüllte öffentliche Gebäude ausgestellt. Die Dokumentations-Schau über den verhüllten Reichtag verfolgt den Kampf um die Genehmigung durch die 70er, 80er und 90er Jahre sowie die Fertigstellung des temporären Kunstwerks am 24. Juni 1995, wie es weiter hieß. Gezeigt werden vorbereitende Zeichnungen und Collagen sowie ein maßstabsgetreues Modell des verhüllten Reichtages von 1981. Zudem sind mehr als 200 Fotografien von Wolfgang Volz zu sehen. Der Berliner Kunstverein zeigt den Angaben zufolge Pläne von sich noch in Vorbereitung befindenden Kunstprojekten Christos. Zeichnungen, Collagen und Fotografien dokumentieren die Projekte "Die Tore" für den New Yorker Central Park und "Über dem Fluss" für den Arkansas-River im Staat Colorado. Die vor allem durch ihre "Verhüllungskunstwerke" bekannt gewordenen Christo und Jeanne-Claude wurden beide 1935 geboren. Sie lernten sich 1958 in Paris kennen. Ihre erste gemeinsame Arbeit mit dem Titel "Gestapelte Ölfässer" war drei Jahre später in Köln zu sehen. Weitere bekannte Werke sind unter anderem die mit pinkfarbenem Gewebe umsäumten Inseln in Florida (1983), die verhüllte Brücke "Pont Neuf" in Paris (1985) und ein Projekt, bei dem 3.100 sechs Meter hohe Schirme in Japan und den USA aufgestellt wurden . "Einzigartigkeit unserer Projekte ist ein wichtiges Element unserer Arbeit" Das Künstlerpaar Christo und Jeanne-Claude will zunächst keine Gebäude mehr mit Tuch verhüllen. "Wir werden auch nie wieder ein Parlamentsgebäude verhüllen", sagte Christo. "Die Einzigartigkeit unserer Projekte ist ein wichtiges Element unserer Arbeit." Auf die Frage nach dem Einfluss der Reichstagsverhüllung auf ihre gegenwärtige Arbeit antwortete Jeanne-Claude mit einem Scherz: "Wir haben große Schwierigkeiten mit der Verwirklichung unserer Projekte in New York und Colorado. Die Behörden sagen uns immer wieder: 'Oh nein, wir wollen keine fünf Millionen Besucher hier haben'(APA/red)