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London - Der All England Lawn Tennis Club spendet einen Teil der 36.000 Tennisbälle des am Sonntag gestarteten Wimbledon -Turniers Tierschützern für "häusliche" Zwecke. Die Tennisbälle werden als Heim für Großbritanniens kleinste Säugetiere, die Zwergmäuse "Micromys minutus" umfunktioniert, wie die BBC berichtet. Unterstützt wird dadurch eine Initiative der lokalen Wild Trust Organisationen in Avon, Glamorgan und Northumberland. Zwergmäuse zählen aufgrund einer Vielzahl natürlicher Feinde zu den bedrohten Tierarten. Die Leichtgewichte wiegen lediglich vier bis sechs Gramm, bei einer Körperlänge von 50 bis 70 Millimetern. Gewöhnlich weben die Mäuse ihr Nest aus geschreddertem Gras und Schilf. Die Forcierung einer intensiven Landlandwirtschaft bedroht allerdings ihre Behausungen. Ein gebohrtes kleines Loch in die bereits verwendeten Tennisbälle soll die Aufzucht bestehender "Mäuseburgen" unterstützen. Schutz durch die Bälle Die Bälle werden auf Gestängen in einer Höhe zwischen 75 und 150 cm vom Boden montiert. So können die Mäuse in relativ sicherer Entfernung von Raubvögeln und Wieseln, die zu groß sind um in das Loch zu gelangen, ihr Nest bauen. Die Tennisball-Konstruktionen werden fernab menschlicher Siedlungen angelegt, sollen aber in regelmäßigen Abständen von Freiwilligen kontrolliert werden, um eine tatsächliche "mäusliche" Behausung sicherzustellen. Der Bestand der Mäusepopulation, die sich hauptsächlich in Südengland und dem Walisischen Küstengürtel befindet, ist unbekannt. "Sicher ist nur, dass Zwergmäuse, die als hervorragender Indikator für die Gesundheit von Feldern und Hecken gelten, in den letzten Jahren zunehmend in ihrer Existenz bedroht werden", erklärte der General Direktor der Wildlife Trusts, Simon Lyster. (pte)