Wien - Die so genannte VolxTheaterKarawane ist Mittwoch Früh von Wien aus nach Salzburg aufgebrochen. Der Aufbruch der Aktivisten am Ballhausplatz, die unter dem Motto "No border, no nation" einen Zug durch Europa veranstalten, war friedlich und unspektakulär. Rund 20 Teilnehmer kamen mit einem Kleinbus und mehreren Pkw. Nachdem sie ihre Fahrzeuge mit ihrem Motto "No border, no nation" und einem Tourplan beklebt hatten, stiegen sie noch in ihr "Kostüm": Rote Overalls und bunte Helme. Wenige Minuten später ging es ruhig und ohne Proteste Richtung Weltwirtschaftsforum in Salzburg los. Tour durch Europa Es gebe in diesem Sommer eine "Reihe von politischen Treffen und Ereignissen", die allesamt ein "Ort des Freiraums für unseren Protest" seien, sagte Gini Müller, eine der Koordinatoren der Aktion. Dabei sollen die Probleme von Migration und Globalisierung dargestellt werden. In Salzburg beispielsweise will man das durch theatralische Darstellungen umsetzen. Von dort geht es weiter nach Lendava in Slowenien zu einem Grenzcamp. Weitere Stationen sind Kärnten, der G-8-Gipfel in Genua sowie ein weiteres Grenzcamp am Frankfurter Flughafen. Tragend in Österreich - noborder ist ein europäisches Netzwerk - ist die Plattform gegen Rassismus. Unterstützung kommt von zahlreichen Organisationen, Parteien und Prominenten. So haben der Grüne Mandatar Karl Öllinger und die frühere SPÖ-Frauenministerin Johanna Dohnal ihre Hilfe zugesagt. Beschneidung Es sei für sie "unerträglich, zuzusehen, wie bürgerliche Rechte - das Recht auf Meinungsfreiheit und die Demonstrationsfreiheit - beschnitten werden", sagte Dohnal. Es sei zu fragen, ob durch das "gewaltige Polizeiaufgebot überdeckt werden soll, was bei dem Forum diskutiert wird". Es gehe darüber hinaus um die Sicherheit der Menschen, die ihre Meinung äußern wollen. "Diese nicht zu garantieren, halte ich für demokratiepolitisch bedenklich", erklärte die Frauenministerin. Öllinger nannte das Polizeiaufgebot einen "massiven Einschüchterungsversuch" gegen die Bevölkerung, der es unmöglich gemacht werde, ihren Alltag zu leben. Die Ziele des Gipfels würden wegen des Aufgebots der Exekutive nicht diskutiert: "Hier steht nichts im Vordergrund außer der Angst vor den Demonstranten", sagte der Grüne Mandatar. Der Protest sei ein Aufschrei gegen Europa, dessen Grenzen nach außen und nach innen immer enger gezogen würden. (APA)