Wien - Österreichs Glücksspieler haben den heimischen Lotterien 2000 ein Rekordjahr beschert. Erstmals in der Unternehmensgeschichte spielten die Lotterien Umsätze von über 16 Mrd. S (1,16 Mrd. EURO) ein. Die 16,123 Mrd. S bedeuteten gegenüber 1999 ein Plus von 7,4 Prozent. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) betrug 572 Mio. Schilling und blieb damit annähernd auf Vorjahresniveau. "Ausschlaggebend dafür waren Preisanpassungen bei Lotto, Toto und Joker, die Neugestaltung der Klassenlotterie sowie ein Lotto-Dreifachjackpot zu Jahresende", sagte Lotterien-Geschäftsführer und Casinos-Austria-Generaldirektor Leo Wallner. Größter Umsatzbringer war im Jahr 2000 mit einem Anteil von etwa 56 Prozent das Lotto "6 aus 45", gefolgt von den Rubbellosen mit mehr als 17 Prozent Umsatzanteil. Rückgänge mussten die Lotterien bei Toto und Torwette hinnehmen. Begründet wird das vor allem mit der zunehmenden Konkurrenz durch private Buchmacher. Gewinner Grasser An mehr als 76 Millionen Gewinner wurden 7,3 Mrd. Schilling ausbezahlt, so viel wie noch nie in der Geschichte der Lotterien. Im Jahr 2000 machten die Lotterien 497 Spieler zu Millionären. Der Hauptgewinner des guten Lotterien-Jahres war allerdings Finanzminister Karl-Heinz Grasser. Dieser kassierte von den Lotterien die Rekordsumme von 5,6 Mrd. S. Deutliche Zuwächse verzeichnete das Internetspiele-portal www.webclub.at . Der Umsatz mit acht verschiedenen Glücksspielen und vier klassischen Kasinospielen wurde auf 160 Mio. S verdoppelt. Noch im zweiten Halbjahr 2001 sollen über Internet auch Lotto- und Jokertipps abgegeben werden können. "Die erfreuliche Entwicklung des vergangenen Jahres setzte sich auch im ersten Halbjahr 2001 fort", sagte Wallner. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vergleichszeitraum 2000 um 8,8 Prozent auf 8,1 Mrd. Schilling. (zwi, DER STANDARD, Printausgabe 27.6.2001)