Salzburg - Ralf Schumacher hat die Funkstille nach seiner kommentarlosen Flucht vom Nürburgring beendet. "Na ja, sonderlich amüsant ist so etwas natürlich nicht für den Betroffenen. Aber er hat eben seine Position verteidigt wie auch später im Rennen. Ich hätte es an seiner Stelle genauso gemacht. Michael ist am Nürburgring hart, aber nie unfair gefahren. Ich kenne seine Fahrweise und er meine. Damit müssen wir leben. Wir schenken uns eben nichts", beschloss Ralf am Dienstag die Diskussionen zum Start-Manöver beim Grand-Prix von Europa. Der dreimalige Weltmeister hatte seinen kleinen Bruder am Sonntag beim Start beinahe gegen die Betonmauer gedrängt. "Ich musste alle Register ziehen, um Ralf hinter mir zu lassen", rechtfertigte sich der Ferrari-Star hinterher. Inzwischen hat Ralf Schumacher ausgespannt - und neuen Mut getankt. "Jetzt freue ich mich auf das nächste Duell in Frankreich, hoffentlich diesmal mit dem besseren Ende für mich. Das habe ich Michael auch am Telefon gesagt." Bereits an diesem Sonntag kommt es in Magny-Cours erneut zum Duell der schnellsten Brüder der Welt. Der Ärger über die Zehn-Sekunden-Strafe vom Nürburgring ist allerdings "noch nicht so ganz" verraucht. "Ich finde einfach, dass die Zehn-Sekunden-Strafe für das Überfahren der weißen Linie an der Boxenausfahrt überzogen war." Er habe schließlich niemanden gefährden können. (APA/dpa)