Belgrad - Eine Delegation von Anhängern des ehemaligen jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic ist am Dienstagabend vom jugoslawischen Präsidenten Vojislav Kostunica in Belgrad empfangen worden. Tausende Menschen hatten vor dem Amtsitz Kostunicas gegen die Auslieferung von Milosevic an das UNO-Kriegsverbrechertribunal demonstriert. Eine Abordnung der Sozialistischen Partei (SPS) traf sich mit Kostunica. Der stellvertretende SPS-Vorsitzende Branislav Ivkovic kündigte die Fortsetzung der Gespräche für Mittwoch an. Kostunica habe versprochen, dass eine Auslieferung nicht ohne eine vorherige Billigung des Verfassungsgerichts möglich sein werde, sagte Ivkovic und erklärte gegen Mitternacht den Protest als "vorläufig beendet", meldet der Belgrader Sender Radio Index. Starke Polizeieinheiten beschützten währenddessen den "Palast der Föderation" im neuen Teil Belgrads. Es kam zu keinen nennenswerten Zwischenfällen, aber Journalisten vor Ort bezeichneten die Lage als angespannt. Zuvor demonstrierten etwa 20.000 Milosevic-Anhänger in der Innenstadt gegen die Auslieferung des wegen Kriegsverbrechen angeklagten Ex-Präsidenten. Sie verlangten die Freilassung des 59- Jährigen aus der Untersuchungshaft und Neuwahlen. "Gegen Den Haag, für ein freies Serbien" und "Wir geben unser Leben, nicht aber Slobodan" hieß es auf Transparenten. (APA/dpa)