Klagenfurt - Der Betrugs-Prozess gegen einen 51-jährigen Wiener, einen 59-jährigen Kärntner und einen 30-jährigen Salzburger am Landesgericht Klagenfurt - es geht um den Verdacht des Betruges mit so genannten Gruppenroulette-Systemspielen - wurde auf den 22. August 2001 vertagt. In der nächsten Verhandlung werden weitere Zeugen einvernommen, von denen einige am Mittwoch der Ladung nicht nachgekommen waren. Den drei Angeklagten wird vorgeworfen, mit reißerischen Inseraten und unrealistischen Gewinnversprechen insgesamt 88 Personen aus Österreich um rund eine Million Schilling erleichtert zu haben. Alle drei Männer bekannten sich nicht schuldig. Am Mittwochnachmittag wurde noch einmal ein Sachverständigengutachten erläutert, aus dem hervorgeht, dass kein System Gewinnchancen erhöhe und aus diesem Blickwinkel betrachtet auch keinen materiellen Wert verkörpern könne. Dies sei laut Staatsanwalt Helmut Jamnig deshalb von Relevanz, da von den Teilnehmern am Systemroulettespiel jeweils 12.500 S an "Schulungsgeld" für das Kennenlernen und Üben der Systeme kassiert worden ist. Ein kurioser Antrag der Verteidigung wurde vom Schöffensenat unter Hinweis auf seine mangelnde Beweisaussagekraft abgewiesen: Man hatte verlangt, dass ein Glücksspiel-Sachverständiger im Beisein des Gerichtes ein Testspiel nach den Systemen, die die Angeklagten verkauft hatten, durchzuführen. Bei der nächsten Verhandlung werden Zeugen vor allem dazu befragt werden, ob sie ausreichend über die Möglichkeit von Verlusten bei Glücksspielen hingewiesen worden seien, oder deswegen am Gemeinschaftsroulette teilgenommen hätten, weil die angepriesenen Methoden als "todsicher" dargestellt worden waren. (APA)