Wien - Bitte schon einmal vormerken: 9. September, 16.15 Uhr, Wiener Sportclub gegen Vienna. Das große Wiener Derby in der kleinen (Ost)-Liga. Die beiden Traditionsklubs treffen sich quasi in der Mitte, die Vienna ist ab-, der Sportclub ist aufgestiegen, sie will zurück, er will weiter. Während die Döblinger vergleichsweise aufrüsten, hielten sich die Hernalser bis gestern bedeckt - um einen neuen Hauptsponsor zu präsentieren. Wilhelm "Mr. WSC" Kaipel hatte den Kontakt zur AXA Versicherungs AG geknüpft, er unterschrieb gestern auch den Sponsorvertrag. Für die AXA unterschrieb Generaldirektor Franz Fuchs, der die Präsidentschaft des Vereins übernimmt. Auch Kaipel himself wird dem Präsidium angehören und weiter die Mannschaft betreuen, wobei ihn Spielertrainer Arminas Narbekovas unterstützen wird. Kaipel über die jüngere Sportclub-Vergangenheit: "Es ist uns gelungen, den freien Fall, in dem sich der Sportclub befunden hat, aufzufangen. Wir haben eine solide Basis gefunden, auf der wir jetzt Stufe für Stufe aufbauen." Die Partnerschaft mit AXA bezeichnet Kaipel als "österreichische Sensation", sie wird zumindest drei Jahre lang gelten und einen "namhaften Grundbetrag" (Fuchs) umfassen, der sich, je nach Leistung, in beide Richtungen verändern lässt. Fuchs: "Man darf dabei aber nicht von Millionen ausgehen. Viel Geld bedeutet nicht zwingend viel Erfolg. Garant für Erfolg können nur Menschen sein, Menschen wie Herr Kaipel." Die ältere Sportclub-Vergangenheit hat den ersten Oktober 1958 als Höhepunkt, damals feierten die Wiener im Europacup der Meister im Wiener Stadion ein 7:0 über Juventus Turin. Kicker wie Hof, Szanwald, Horak, Knoll, Hammerl, Geiter, Beer, Kanhäuser, Teufel, Laudrup, Martinez und Krankl trugen das Sportclub-Leiberl, Trainer wie Sesta, Stroh, Decker, Hof und Argauer saßen auf der Bank. Kaipel sieht's eher als Ansporn denn als Bürde. "Unser Vorbild ist 1860 München. Die waren auch einmal sehr weit unten und sind wieder sehr weit hinauf gekommen." Man will neue Werbe-Ideen umsetzen, jeder im Verein soll seine Kreativität einbringen. Dieser Tage werden zwei U-18-Teamspieler verpflichtet, ein routinierter Verteidiger wird gesucht. Und wenn wir schon beim Vormerken sind - in der Cup-Quali geht's am 28. Juli in Simmering gegen den dortigen SC, die Meisterschaft beginnt am 12. August gegen den FAC. Die Friedhofstribüne wird wackeln. (DER STANDARD-Printausgabe, Freitag, 29. Juni 2001, fri)