Brüssel - "Weltweit müssen 100 bis 140 Millionen Frauen mit verstümmelten Genitalorganen leben. Hier handelt es sich durchaus auch um ein europäisches Phänomen: 30 Prozent der in Österreich lebenden, in einer Studie befragten afrikanischen Eltern ließen ihre Töchter bereits verstümmeln, wobei 11 Prozent dieser Akte in Europa begangen wurden", erklärte Christa Prets, SPÖ-Abgeordnete im Europäischen Parlament, am Donnerstag. Allein in Großbritannien lebten rund 3000 verstümmelte Mädchen - und rund 10.000 Mädchen der ersten und zweiten Generation drohten noch derartige Misshandlungen. In Europa sei das Problem sogar noch in Zunahme befindlich, warnte Prets. "Wir brauchen Aufklärung auf allen Linien - in Europa und in jenen afrikanischen Ländern, die die Praxis der Verstümmelung von Mädchen - von der Amputation der Klitoris bis zur ganzen Vulva - zulassen. Ärzte müssen, wenn sie bei Patientinnen derartige Verletzungen feststellen, zur Anzeige verpflichtet werden - und vor allem müssen die Täter strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden", stellte Prets klar. Frauen Asyl gewähren Zwei Millionen Mädchen seien jährlich weltweit von derartigen Verstümmelungen bedroht. "Hier werden Mädchen und Frauen in ihrer körperlichen und ihrer seelischen Integrität verletzt. Und sie müssen in der Folge mit extremen Schwierigkeiten bei Schwangerschaften, Menstruationsblutungen und natürlich in Ausübung ihrer Sexualität leben." Es liege in der Verantwortung der EU, diesen Mädchen und Frauen "selbstverständlich Asyl zu gewähren", so Prets. "Verstümmelte Genitalorgane sind ein grausiger Verstoß gegen die Menschenrechte. Das ist nicht zu tolerieren", so Prets. (red)