Wien - Die Eisenbahnergewerkschaft (GdE) machte am Freitag, Vormittag auf den Bahnhöfen der Ostregion rechtzeitig zum Ferienbeginn mit einer Verteilaktion auf die Einstellung der Gepäckbeförderung durch die ÖBB aufmerksam. Durch Hauszustellung ersetzt Seit 10. Juni ist das bisherige System durch eine Haus-Gepäck-Regelung ersetzt worden. Dem Vorsitzenden der GdE, Wilhelm Haberzettl, zu Folge bedeute diese Umstellung nicht nur mehr Aufwand und damit verbundene Mehrkosten sowohl für die Kunden als auch für die ÖBB, sondern sei auch "noch defizitärer als es vorher angeblich war." Bis zu vier Tage beansprucht die neue Form des Gepäck-Transportes. Will man seine Koffer bei der Ankunft im Hotel vorfinden, müssen sie spätestens am Vortag der Reise abgeholt werden. Mehr Zeit muss eingeplant werden, wenn man außerhalb von Ballungszentren wohnt oder die Taschen direkt vor einem Feiertag abgeholt werden. Zustellung erfolgt nicht in allen Ländern Ein weiteres Problem ergibt sich für Reisende, die etwa in Ungarn oder Slowenien Urlaub machen wollen. Das Gepäck wird nämlich nur nach Deutschland, Italien, Frankreich, Belgien, Dänemark sowie in die Schweiz und die Niederlande zugestellt. Urlauber mit anderen Zielen müssen selber schleppen. "Da bleibt man doch lieber gleich im Auto sitzen", beklagte sich Haberzettl. Verluste Laut ÖBB-Kommunikationschefin Viktoria Kickinger handelte es sich bei der heutigen Aktion der Eisenbahnergewerkschaft offenbar um eine Vorwahlinitiative. Die bisherige Form der Gepäck-Transporte habe 140 Millionen Schilling Verlust gebracht und sei deswegen eingestellt worden. 150.000 Gepäckstücke seien im Jahr transportiert worden, so Kickinger. Bei 70.000 davon habe es sich um kostenlose Transporte für Eisenbahn-Mitarbeiter gehandelt. Die ÖBB-Kommunikationschefin sagte, dass der Vorsitzende der Eisenbahnergewerkschaft, Wilhelm Haberzettl, im Aufsichtsrat selbst für die Änderung beim Gepäckservice gestimmt habe. (APA)