Jerusalem - Die israelische Regierung hat Palästinenserpräsident Yasser Arafat und dessen Fatah-Bewegung am Freitag für die Tötung einer jüdischen Siedlerin am Vorabend im Westjordanland verantwortlich gemacht. Kabinettssekretär Gidon Saar sagte im israelischen Rundfunk, Arafat kontrolliere alles, was im Westjordanland vor sich gehe. Die Fatah habe das tödliche Attentat gegen die 27-jährige Frau verübt, und Arafat stehe an der Spitze der Fatah. Arafat hatte laut der palästinensischen Nachrichtenagentur WAFA nach dem Attentat die Festnahme der Täter angeordnet. Regierungsberater Dore Gold teilte mit, Israel wolle die Abriegelung der Autonomiegebiete aufrecht erhalten, so lange die Gewalt anhalte. Am Samstag wollen Israels Außenminster Shimon Peres und Arafat nach einem Bericht des Militärrundfunks in Lissabon zusammentreffen. Saar betonte, bei seinen Treffen mit US-Vertretern verspreche Arafat zwar, dass er etwas gegen die Gewaltaktionen unternehmen werde, in Wirklichkeit betreibe er aber ein undurchsichtiges Spiel und gehe nicht gegen die Gewalttäter vor. Die Siedlerin war nach einem Angriff bewaffneter Palästinenser an ihren Schussverletzungen gestorben. Die israelische Armee teilte mit, die Frau und ihre Beifahrerin seien in ihrem Auto nahe der Siedlung Ganim bei der palästinensischen Stadt Jenin beschossen worden. Die Beifahrerin wurde schwer verletzt. (APA)