Das südkoreanische Verfassungsgericht hat die Bildung einer zweiten Nachrichtenagentur grundsätzlich zugelassen. Das Gericht bestätigte am Freitag das Urteil einer niedrigeren Instanz und lehnte den Einspruch der Regierung ab, wie am Samstag bekannt wurde. Damit endet das 20-jährige Monopol der Agentur Yonhap. Die Nachrichtenagentur Newsis hatte 1997 bei der Regierung die Zulassung als zweite Nachrichtenagentur des Landes beantragt. Die Regierung lehnte dies jedoch mit der Begründung ab, Newsis verfüge nicht über angemessene drahtlose Kommunikationsmöglichkeiten, wie sie das Gesetz vorschreibe. Das Verfassungsgericht entschied, eine Nachrichtenagentur könne auch mit anderen effektiveren Kommunikationsmitteln arbeiten, etwa dem Internet. Yonhap, seit 1980 die einzige Nachrichtenagentur des Landes, hatte vehement gegen die Zulassung von Newsis gekämpft. Yonhap war 1980 unter der von den Streitkräften gestützten Regierung aus den beiden kleineren Agenturen Hapdong und Orient gebildet worden. Größte Anteilseigner davon sind die beiden öffentlich-kontrollierten Fernsehsender KBS und MBC. (APA)