Linz - In Schloss Hartheim, einem der schönsten Schlösser Oberösterreichs war zwischen 1940 und 1944 war eine Euthanasieanstalt untergebracht, in der 30.000 behinderte Menschen von den Nazis ermordet wurden. "Signalcharakter für die Zukunft" soll nun das Großprojekt Hartheim des Landes Oberösterreich haben, so Landeshauptmann Josef Pühringer (VP) am Donnerstag in Linz, der sich gemeinsam mit Stellvertreter Erich Haider (SP) und den Landesräten Josef Ackerl (SP) und Walter Aichinger (VP) für die Realisierung des 360-Millionen-Schilling-Projekts einsetzte. Dieses umfasst neben der Ausstellung "Wert des Lebens", die 2003 eröffnet wird, auch die Restaurierung des Schlosses und den Neubau der Landessonderschule. Die geplante Ausstellung als Mittelpunkt des Projekts greift über den Nationalsozialismus weit hinaus: Die jeweiligen Zugänge zum Phänomen Behinderung in den verschiedenen historischen Epochen sollen deutlich gemacht werden. Ebenfalls in die Ausstellung integriert wird eine Gedenkstätte für die Opfer, die in den ehemaligen Räumlichkeiten der NS-Euthanasie eingerichtet wird. Ein positives Gegengewicht zu der schrecklichen Vergangenheit von Hartheim soll auch mit dem Neubau der Martin-Buber-Landessonderschule gesetzt werden, die nicht mehr den modernen Anforderungen entspricht. Dabei werden Integrationsklassen für den gemeinsamen Unterricht behinderter und nicht behinderter Kinder entstehen. (etz/ DER STANDARD, Print-Ausgabe 6. 7. 2001)