Bild nicht mehr verfügbar.

Foto: APA/Pfarrhofer
Straßburg - Die Ablehnung der Übernahmerichtlinien durch das EU-Parlament sorgte Stunden danach für Emotionen. Die deutschen Abgeordneten freuten sich sichtlich, dass sie nun ungestört bei ihrem nationalen Recht bleiben können. Auch bei den österreichischen EU-Parlamentariern überwiegt die Freude - aus anderen Gründen. "Das Parlament hat gezeigt, dass es sich nicht durch Rat oder Kommission einschüchtern lässt", streicht Othmar Karas (VP) hervor. Bis auf Paul Rübig - er enthielt sich - stimmte die Fraktion dagegen. Die Sozialdemokraten lehnten geschlossen ab, weil zu wenig Mitarbeiterrechte vorgesehen waren. "Für uns hätte die Richtlinie kaum Bedeutung. Nach dem Verkauf der Bank Austria haben wir ja kaum Übernahmekandidaten", so Harald Ettl. Freiheitliche waren dafür Die Freiheitlichen waren für das neue Übernahmerecht. "Wär’ der Sichrovsky da gewesen und hätte er dafür gestimmt, wär’ die Richtlinie durchgegangen", kommt ein Österreicher angesichts des denkbar knappen Ergebnisses - 273 dagegen, 273 dafür, 22 Enthaltungen, was laut Geschäftsordnung Ablehnung bedeutet - ins Räsonieren. Peter Sichrovsky war zwar in Straßburg, fehlte aber bei der Abstimmung. Eine überwältigende Mehrheit erhielt die Richtlinie zur betrieblichen Vorsorge, die Othmar Karas (VP) als Berichterstatter vorbereitet hatte. - für ihn eine gelungene Mischung von Liberalisierung und Schutz der Pensionierten. Hans Kronberger (FP) freut sich über die Richtlinie zur erneuerbaren Energie. Der Anteil an Strom muss in zehn Jahren von 70 auf 78 Prozent gesteigert werden. "Da kommt auch Österreich unter Druck. Vor allem Niederösterreich, das den Anteil von Windenergie soeben erst mit drei Prozent gedeckelt hat." (Lydia Ninz, DER STANDARD, Printausgabe 6.7.2001)