Wien - Mit einem Ausstellungs-Tripel geht das Künstlerhaus (k/haus) in Wien ab Mittwoch in den Sommer: Im Erdgeschoß gibt es die von Vitus H. Weh und Tulga Beyerle kuratierte Design-Ausstellung "global tools. design im zeitalter der intensivstation" (bis 9. 9.), im Obergeschoß die Werkschau "wimmer cooper gerngross. liquid künstlerhaus" (mit Werken der beiden Architekten Albert Wimmer und Heidulf Gerngross sowie der Künstlerin Waltraut Cooper, bis 5. 8.) und in der Hausgalerie "Blickwechsel" (ebenfalls bis 5. 8.) von Richard G. Künz. Assoziative Themen Nicht das Einzelobjekt, sondern "den Raum, die designte Bühne für Objekte und Geschehen", stellt "global tools" in den Vordergrund. Der Name geht zurück auf die gleichnamige italienische Designerinitiative aus dem Jahr 1973, deren Protagonisten es nicht mehr um Design der Dingwelt, sondern der Verhaltensformen, "ja des Geistes selbst" ging. Neun höchst unterschiedlich gestaltete und mit Objekten versehene Räume sollen ein "Zappen von einer Welt in die andere" ermöglichen, so Weh, assoziative Themen (wie "Informationswärme", "Stammzellen", "Überleben") umreißen den Rauminhalt. Gestaltet wurden die Raumszenarien von verschiedenen Künstlern und -gruppen. Plastikplanen und Kartonschachtel-Zwischendecken, Schaumstoffböden und Computerterminals sind zu sehen und zu benützen, von der düster brummenden Raumskulptur "Think Tank" bis zu voyeuristischen (Plastik-)"Einblicken" reicht die Objektvielfalt. Ein eigens programmierter "Personal Digital Assistant" (PDA) begleitet, nach Hinterlegung eines Ausweises, durch die Ausstellung, für nachher gibt es die "Global Toolbox", in der neben dem zweibändigen Katalog auch Kompass und Lomo-Kamera zu finden sind (450 S). Von Donnerstag bis Samstag (12. bis 14. 7.) gibt es "Lectures" zu Designthemen. "Flüssig, fließend, unbeständig" Zwei Architekten, die "unterschiedlicher nicht sein können", so k/haus-Präsident Manfred Nehrer würden bei "liquid künstlerhaus" zusammengehalten. "Flüssig, fließend, unbeständig" sollen Strukturen werden, "imaginär" die Räume. Cooper zeigt, neben dokumentarisch erfassten vergangenen Projekten, Licht- und Videoinstallationen und Fotoserien zur "Regenbogentrilogie", die "einen Bogen aus Farbe und Licht über die Jahrtausendwende spannen" soll. Albert Wimmers Beitrag gilt der "Schnittstelle zwischen Intimsphäre und Öffentlichkeit". Zu sehen sind realisierte (u. a. Donaukraftwerk Wien Freudenau, Tivoli Stadion Innsbruck) und in Realisierung befindliche sowie konzipierte Projekte. Für Wimmer "schwingt ein vehementes Plädoyer für Großzügigkeit durch die Ausstellung", dieses Schwingen werde durch eine Metallwelle in den Räumen visualisiert. Heidulf Gerngross spricht den Wandel, Raum als "knetbare Masse" an, in seinem kurzen, aber heftigen Wortbeitrag sprach er von einer "Schule des Tastens". (APA)