Wien - Der Sanierer der im Ausgleich befindlichen Wiener Telekomfirma MCN, Otto Peter Arbeiter, droht mehr als 100 ehemaligen Mitarbeitern mit einer Klage, sollten sie ihre Mitarbeiteraktien nicht wie vereinbart zur Gänze bezahlen. Der offene Betrag liegt bei 3,3 Mio. S (239.820 EURO), die zur Erfüllung des Ausgleichs verwendet werden sollen. Ehemalige MCN-Mitarbeiter, die sich für den Kauf von Belegschaftsaktien entschieden hatten, sollten wie vereinbart ein Drittel der georderten Aktien am 31. Mai 2000 bezahlen, ein weiteres Drittel war Ende Mai fällig, das letzte Drittel war gratis. Die Mitarbeiter wollen nun die zweite Hälfte aber nicht zahlen, da sie nicht ausreichend über den MCN-Geschäftsverlauf informiert worden seien. "Wir raten allen MCN-Mitarbeitern, nicht zu zahlen, sondern abzuwarten, ob die Klage überhaupt eingebracht wird", sagt Karl Proyer von der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA). Falls MCN den Klagsweg tatsächlich bestreite, werde die GPA für die Mitarbeiter die Rechtsvertretung übernehmen. Rechtsexperten meinen indes, das Risiko, die Prozesse zu verlieren, sei für MCN nicht unbeträchtlich. Zudem verursachen bis zu 150 Einzelprozesse hohe Kosten, die in keiner Relation zum möglichen Erfolg stünden. (APA, ung, DER STANDARD, Printausgabe 12.7.2001)