Die Wettbewerbsbehörde der Europäischen Union hat eigenen Angaben zufolge wegen des Verdachts auf Preisabsprachen in Deutschland und Großbritannien neun Mobilfunkfirmen durchsucht. Die EU teilte am Mittwoch in Brüssel mit, bei den Ermittlungen gehe es um mögliche Preisabsprachen bei der den so genannten Roaming-Gebühren. Diese Gebühren werden von den Mobilfunkfirmen erhoben, wenn Kunden mit ihren Mobilfunkgerät im Ausland oder anderen Fremdnetzen telefonieren. Die EU verdächtigt die Firmen, sowohl die von den Verbrauchern verlangten Preise auch die Großhandelstarife abgesprochen zu haben. E-Plus bestätigte die Meldungen Der Anbieter E-Plus bestätigte, dass die Ermittler am Mittwoch das Haus erstmals im Zusammenhang mit den Vorwürfen auf Preisabsprachen durchsucht hätten. Über Einzelheiten der Aktion könne man keine Angaben machen, sagte eine Sprecherin in Düsseldorf. Viag Interkom wollte keine Auskunft darüber geben, ob das Unternehmen durchsucht worden sei. D1 und D2 im Visier der Fahnder Ein Sprecher der Deutschen Telekomy sagte, sowohl in der Konzernzentrale als auch bei der Mobilfunktochter T-Mobil (D1) hätten Durchsuchungen stattgefunden. Bei D2-Vodafone war zunächst kein Sprecher für eine Stellungnahme zu erreichen. Seit längerem wird ermittelt Die Untersuchungen gegen die Mobilfunkbranche im Zusammenhang mit den Roaming-Gebühren durch die Kartellbehörden in Deutschland und der EU laufen bereits seit längerem. Anhaltspunkte für mögliche Preisabsprachen hatten sich unter anderem durch die im internationalen Vergleich hohen Roaming-Gebühren ergeben. Zudem weisen die Gebühren nur geringe Unterschiede zwischen den Anbietern auf. Bisher hatten die Mobilfunkfirmen Preisabsprachen bestritten. "Wir haben uns nichts vorzuwerfen", bekräftigte am Mittwoch eine Sprecherin. von E-Plus. "Wir kooperieren mit der EU-Kommission", fügte sie hinzu. (APA/Reuters)