Würzburg - An einzelnen embryonalen Zellen zuverlässig eine Veranlagung für ein Retinoblastom zu erkennen ist jetzt erstmals Wissenschaftlern der Universität Würzburg gelungen. Das Retinoblastom, ein bösartiger Netzhauttumor, tritt vor allem bei Kindern auf. Hervorgerufen wird diese Art des Augenkrebses durch eine Mutation des Retinoblastom-Gens auf dem Chromosom 13. Die Erkrankung bleibt oft lange ohne Symptome und bereitet erst infolge des ständigen Wachstums des Tumors Beschwerden. Bei mehr als zwei Dritteln der erkrankten Kinder ist der Tumor durch die so genannte Leukokorie zu erkennen: Bestimmte Lichtverhältnisse - etwa beim Fotografieren - lassen die Pupille weiß aufleuchten. Dieses "Katzenauge" deutet auf das Tumorwachstum hinter der Linse hin. Breitet sich der Tumor entlang des Sehnervs aus, können auch Hirnstrukturen in Mitleidenschaft gezogen werden. Wächst der Tumor in das Blutgefäßnetz des Auges ein, besteht die Gefahr der hämatogenen Metastasierung, also der Absiedlung von Tochtergeschwülsten über das Blut. Bevorzugt betroffen sind das Knochenmark, die Knochen und die Leber. Retinoblastome können auch lymphogen metastasieren. Wenn sie Anschluss an Lymphgefäße erhalten, können in Lymphknoten der unmittelbaren Umgebung ebenfalls Tochtergeschwülste entstehen. Nur wenn das Retinoblastom frühzeitig behandelt wird, können sehr kleine Tumore zerstört und damit Auge und Sehvermögen erhalten werden. Wird die Erkrankung nicht behandelt, verläuft sie tödlich. Durch eine rechtzeitige Diagnose oder die Entfernung des befallenen Auges können heute jedoch mehr als 90 Prozent der betroffenen Kinder geheilt werden. (pte)