Wien - Der zu Jahresbeginn mehrheitlich von Kapsch übernommene Telekomdienstleister Schrack BusinessCom (SBC) hat im Geschäftsjahr 2000/2001 sein bestes Ergebnis eingefahren und die Umsatzmilliarde übersprungen. Mit den Großkunden von Ericsson, für die SBC Anfang Juli Service und Vertrieb übernommen hat, wird das Umsatzziel heuer auf 1,75 Mrd. Schilling hinaufgeschraubt. Die Umsatzrendite soll fünf Prozent betragen, das Ergebnis mehr als 2,5 Prozent des Umsatzes, sagten die geschäftsführenden Gesellschafter Stefan Gubi und Franz Semmernegg (26 Prozent) in einer Pressekonferenz am Donnerstag. Da das Geschäft mit Kommunikationsanlagen sehr dienstleistungsintensiv sei, werde der Beschäftigtenstand heuer auf 765 steigen. Kapsch BusinessCom Bereits inkludiert im Zahlenwerk seien jene 30 Mitarbeiter und 140 Mio. Schilling, die aus dem Großkundenvertrieb von Ericsson stammen. Damit sieht sich die SBC, die dem Vernehmen nach demnächst Kapsch BusinessCom heißen soll, im Großkundenbereich gestärkt. Ziel sei es, sich als Hardwarelieferant von Telefonanlagen und Systemintegrator zu etablieren. In den kommenden Jahren hat SBC viel vor, auf der Agenda steht die Expansion in die "Kapsch-Länder" Ungarn, Tschechien und Polen. Ein Riesenmarkt sei auch Zentraleuropa, wo der in Familienbesitz stehende Wiener Elektronikkonzern in der Vergangenheit zahlreiche Niederlassungen errichtet hat. Auch in Bayern und Südtirol sei der Bedarf an Telekomdienstleistungen sehr groß. Die vor der Übernahme durch Kapsch gewälzten Börsepläne seien derzeit nicht aktuell, aber auch nicht ausgeschlossen. Derzeit plant allerdings weder die Kapsch AG, Anteile abzugeben, noch das Minderheitsaktionärsduo Gubi/Semmernegg, hieß es. Berichte, wonach es bei der Zusammenlegung des Nebenstellengeschäfts von Kapsch und der SBC "Bröseln" gebe, kommentierte Gubi nicht: "Die Fusion mit Kapsch ist blitzschnell und vorbildhaft über die Bühne gegangen." Es habe natürlich ein bisschen im Gebälk gekracht, aber das sei normal bei so einem Deal. Kapsch brachte 200 Mitarbeiter und 600 Mio. S Umsatz in die neue Tochter ein. (ung, D ER S TANDARD , Print-Ausgabe, 13. 7. 2001)