Madrid - Nach den jüngsten Anschlägen der baskischen Untergrundorganisation ETA hat der spanische Innenminister Mariano Rajoy vor neuem Terror gewarnt. Die Gefahr eines "Schwarzen Sommers" sei nicht auszuschließen, sagte er der Zeitung "La Razon" von Montag. Die Sicherheitskräfte seien deshalb in voller Alarmbereitschaft. Nach einem Bericht der Tageszeitung "ABC" befürchtet die Polizei auch Attentate auf Tourismusziele. Dies gehe aus Unterlagen hervor, die bei der Zerschlagung von ETA-Kommandos in diesem Jahr beschlagnahmt worden seien. Rajoy erinnerte daran, dass eines dieser ETA-Kommandos Bombenanschläge auf eine Fähre im Hafen der nordspanischen Stadt Santander sowie auf das Schienennetz geplant hatte. Bereits vor den Osterferien hatte die Separatistenorganisation in einer Erklärung mit Anschlägen in Touristengebieten gedroht und Europäer davor gewarnt, in Spanien Urlaub zu machen. Zu Ostern blieb es aber ruhig. Touristen ließen sich von Anschälgen "nicht schrecken" Mitte März hatten ETA-Terroristen zwei Autobomben in Badeorten an der Mittelmeerküste gelegt und dabei einen Polizisten getötet. Einer der Sprengsätze explodierte vor einem Urlauberhotel an der Costa Brava. Früher hatte es immer wieder Serien von kleineren ETA-Anschlägen in Ferienorten gegeben. Die Terrorwellen konzentrierten sich zumeist auf die Costa Dorada und auf das südliche Spanien. Bei den Attentaten in den achtziger und neunziger Jahren wurde aber nie ein Urlauber getötet. In einzelnen Fällen gab es Verletzte. Die ETA scheiterte aber mit ihrer Absicht, dem Image Spaniens als Urlaubsland zu schaden. Die Zahl der Touristen ist stetig gestiegen. Die Reisebranche warnt deshalb immer wieder vor einer Panikmache. Bei den jüngsten Attentaten waren am Samstag in Nordspanien ein konservativer Stadtrat und ein Kommissar der baskischen Polizei getötet worden. Neuerliche Proteste gegen ETA-Terror Nach den jüngsten Anschlägen protestierten erneut Tausende Spanier gegen den Terror der ETA. Landesweit kamen die Menschen zu Schweigekundgebungen vor den Rathäusern zusammen. Vielerorts ruhte für fünf Minuten die Arbeit. Zu den Demonstrationen hatten Parteien, Gewerkschaften und Friedensgruppen nach zwei Attentaten am Samstag aufgerufen. Dabei waren in Nordspanien ein konservativer Stadtrat und ein baskischer Polizist ermordet worden waren. An einer Kundgebung in Vitoria nahm auch der baskische Regierungschef Juan Jose Ibarretxe teil. (APA/dpa)