Ramallah - Der palästinensische Sicherheitschef im Westjordanland, Oberst Jibril Rajoub, hat militante Palästinenser aufgefordert, keine Anschläge innerhalb Israels mehr zu verüben. Rajoub sagte am Montag dem palästinensischen Rundfunk, solche Anschläge spielten nur in die Hände des israelischen Regierungschefs Ariel Sharon und der Rechten in Israel. Die Palästinenser müssten die Sensibilität der Weltmeinung hinsichtlich der Sicherheit Israels und seiner Legitimität innerhalb der Grenzen von 1967 (vor dem Sechstagekrieg und der Eroberung des Westjordanlandes mit Ostjerusalem und des Gaza-Streifens) berücksichtigen. Gleichzeitig sagte Rajoub, er erwarte innerhalb der kommenden Tage eine Eskalation der Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern. "Die Situation ist explosiv und dies macht uns allen Sorgen", warnte er und warf Israel vor, den Kreislauf der Gewalt absichtlich in Gang zu halten, um politische Konzessionen und einen Stopp des israelischen Siedlungsbaus in den Palästinensergebieten zu umgehen. Mindestens dreißig Palästinenser wurden nach palästinensischen Angaben am frühen Montag verletzt, als israelische Panzer Wohngebiete in Hebron im Westjordanland beschossen. Palästinenser hatten nach Angaben der israelischen Armee zuvor Schüsse auf die jüdische Enklave in der Stadt abgefeuert. Bei dem israelischen Vergeltungsschlag wurden Stützpunkte der palästinensischen Eliteeinheit "Force 17" sowie das Kommunikationsministerium beschädigt. Nach palästinensischer Darstellung erlitt ein 14-jähriger herzkranker Bub während des Angriffs einen Herzinfarkt. Dafür gab es keine israelische Bestätigung.(APA/dpa/AFP)