Klagenfurt - In Kärnten wurden die zweisprachigen Volksschulen Radsberg, Ebriach und Leppen geschlossen. Die Bescheide wurden dieser Tage von der Schulabteilung des Landes erlassen. Sie können beim Verfassungs- und Verwaltungsgerichtshof im Wege einer Beschwerde beeinsprucht werden. "Für die zweisprachige Bevölkerung ist das ein pädagogischer und gesellschaftlicher Donnerschlag", kritisiert der Vizepräsident des Landesschulrates, Peter Altersberger (S). Verwundert zeigte er sich auch darüber, dass der für Minderheitenschulen zuständige Landesschulinspektor Thomas Ogris über die Schließungen nicht informiert worden sei. Altersberger kritisiert auch die "feige Vorgansweise" von Landeshauptmann Jörg Haider (F) als Schulreferent: "Er wartet bis Ferien sind, dann werden die Schließungsbescheide zugestellt." Die Gemeinden als Schulerhalter haben die Möglichkeit, innerhalb von sechs Wochen beim VwGH und VfGH Beschwerde einzulegen. "Ich fordere die Gemeinden dazu auf", sagte Altersberger. Er selbst werde überprüfen lassen, ob die Schließung zweisprachiger Schulen verfassungsrechtlich überhaupt möglich ist, kündigte der Vizepräsident an. FPÖ wiegelt ab "Die Schulen bleiben erhalten, sie werden als Exposituren weiter geführt", stellte der Sprecher der FPÖ-Kärnten, LAbg. Siegfried Jost, fest und wirft Landesschulrats-Vizepräsident Peter Altersberger (S) "Panikmache" vor. "Für die Kinder bleibt alles gleich. Sie gehen in die selbe Schule, nur hat diese keinen eigenen Direktor mehr. Genau dies geschieht bei den drei zweisprachigen Schulen am Radsberg, in Leppen und Ebriach", sagte Jost. SPÖ-Landesgeschäftsführer BR Herbert Würschl sieht in der Schließung der Volksschulen Radsberg, Ebriach und Leppen einen "Anschlag auf die slowenischsprachige Minderheit in Kärnten". Mit der Umwandlung dieser Schulen in Exposituren würden dörfliche Strukturen in Südkärnten zerstört werden. Eine Expositur sei nichts anderes als eine Art Filiale. Die Gemeinden und Dörfer könnten also nicht mehr selbst über die Schulen bestimmen und hätten auch keinen Zugang mehr zu den Gebäuden, um sie beispielsweise für Vereinstätigkeiten zu nutzen. (APA)