Bild nicht mehr verfügbar.

Foto: APA/dpa
Wien/Bonn - Die Klimaexpertin von GLOBAL 2000, Corine Veithen, fordert Umweltminister Wilhelm Molterer auf, die Anrechnung von Atomkraft als Klimaschutzmaßnahme auf der UNO-Konferenz in Bonn zu verhindern. Es gebe "völlig unverständlicherweise" noch immer Länder wie Australien, Kanada, Russland, Japan, USA, Indien oder China, die für die Anerkennung von AKW unter dem Kyoto-Protokoll seien, erklärte Veithen in einer Aussendung der Organisation am Donnerstag. "Aber wir sagen: Atomgefahr oder Klimaschäden - das kann nicht die Entscheidung sein. Da wird der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben", sagte Veithen. Die EU habe offiziell eine klare Position dazu, nämlich keine Anerkennung von Atomkraftwerken im Klimaschutzprotokoll zuzulassen. Doch hinter den Kulissen versuchen Länder wie Frankreich und England immer wieder, diese Position aufzuweichen. "Auch die EU muss ihre Position behalten und darf sich nicht spalten lassen." "In der Arktis werden die Gletscher immer dünner und auch in Bonn drohen die internationalen Klima-Rettungsversuche einzubrechen", kritisierte die Klimaexpertin in Bonn. "Aber mit politischem Willen und Verhandlungsgeschick besteht die Chance bis Sonntag ein vernünftiges Klimaprotokoll zu verabschieden und somit endlich verbindliche Maßnahmen zur Erreichung der Reduktionsziele für die Treibhausgase zu beschließen." Damit biete Bonn die letzte Chance, dass das Kyoto-Protokoll spätestens 2002 in Kraft treten könne. Kommenden Samstag werden laut Aussendung Tausende Menschen in Bonn ein "Rettungsboot" aus Holzplanken mit Botschaften aus aller Welt bauen und es in einer Prozession durch Bonn tragen; organisiert von Friends of the Earth, das internationale Umweltnetzwerk von GLOBAL 2000. (APA)