Wien - Mit einer Serie von vier Dringlichen Anfragen kritisiert die SPÖ am Donnerstag im Bundesrat die "Ausdünnung des ländlichen Raums" durch Regierungsmaßnahmen wie die Schließung von Gendarmerieposten, Bezirksgerichten oder Finanzämtern bei gleichzeitiger Ausdünnung des öffentlichen Verkehrs. Die Dringlichen sind an die Minister Ernst Strasser, Dieter Böhmdorfer, Monika Forstinger und Karl-Heinz Grasser gerichtet. "Im Zusammenwirken der Maßnahmen der Bundesregierung wird in einem Bereich, in dem 56 Prozent der Bevölkerung leben - den Gemeinden mit weniger als 10.000 Einwohnern - die Lebensqualität und Lebenssicherheit tendenziell zerstört", kritisiert SPÖ-Bundesrat Albrecht K. Konecny. Im Einzelfall seien manche Maßnahmen durchaus diskutierbar, in der Gesamtheit würden sie jedoch den ländlichen Raum ausdünnen. "Es kümmert sich kein Mensch in der Regierung um die Gesamtwirkung", kritisierte Konecny. "Dramatisch ausgedünnt", Gendarmerieposten, Bezirksgerichte, Finanzämter würden geschlossen, alles auf die Bezirkshauptstädte zurückgezogen, aber gleichzeitig die öffentlichen Verkehrsmittel "dramatisch ausgedünnt", so dass man ein Auto brauche, um diese Stellen zu erreichen. Für ältere oder sozial Schwache Menschen sei das eine "enorme Belastung", so Konecny. Die SPÖ fordert Neuverhandlung "auf breiter Basis gemeinsam mit den Gemeinden über die geplanten Schließungen sowie eine entsprechende öffentliche Personennahverkehrsversorgung. Dazu wird sie insgesamt sechs Entschließungsanträge einbringen. Die vier Dringlichen werden im Bundesrat ab 16.00 Uhr behandelt. In der Länderkammer können zwei Dringliche zu einer Debatte verbunden werden - was mit Inneres/Justiz und Infrastruktur/Finanzen-Verwaltung geschehen soll. (APA)