Wien - Als "Freibrief" für illegale Genmais-Freisetzungen hat SPÖ-Umweltsprecherin Ulli Sima das Vorgehen von Gesundheitsminister Herbert Haupt in der Auseinandersetzung mit der Saatgutfirma Pioneer kritisiert. Das Saatgut verstoße eindeutig "gegen mehrere österreichische Gesetze", sagte Sima am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien. Dennoch habe Haupt "sechs Wochen lang zugesehen" und nicht gehandelt. Sima forderte den Gesundheitsminister auf, das Gentechnikgesetz zu vollziehen und die kontaminierten Saatgut-Bestände vollständig beschlagnahmen zu lassen. Die von Haupt ergriffenen Maßnahmen seien "unzureichend", kritisierte Sima. Genmais-Saatgut auf Tausenden von Hektar werde nicht vernichtet. Sima beschuldigte Haupt und Umweltminister Wilhelm Molterer, seit Ende April von der Kontamination des Pioneer-Saatguts informiert gewesen zu sein und aus "Fahrlässigkeit" nichts dagegen unternommen zu haben. (APA)