Wien - Nach einer aktuellen Statistik der WHO leiden weltweit etwa 600 Millionen Menschen an einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) und knapp drei Millionen sterben Jahr für Jahr daran. Demnach sollen in Österreich mehr als 400.000 Menschen mit einer behandlungsbedürftigen COPD leben. Eine weltweite Initiative, die im vergangenen Jahr von einem Expertenkomitee mit Unterstützung der WHO und dem US-National Heart, Lung and Blood Institute gegründet wurde, soll jetzt das Problembewusstsein dieser Krankheit steigern. Österreich ist bei dieser Initiative genannt GOLD (Globale Initiative für chronisch obstruktive Lungenerkrankung, Anm.) neben 31 weiteren Ländern mit dabei. Derzeit werden von den Mitgliedern Informationsbroschüren sowie verstärkt Medienarbeit betrieben, um auf die Gefahren von COPD aufmerksam zu machen. "Schicksalhafte Diagnose" "Wird bei einem Menschen COPD festgestellt, dann ist das eine schicksalhafte Diagnose, da sich die Krankheit nur mehr verschlechtern kann", sagte Internist und Pulmologe Univ. Prof. Dr. Friedrich Kummer vom Wilhelminenspital am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien. Meist treffe diese Diagnose Leute ab dem 40. Lebensjahr, die zudem auch rauchen. "Die Krankheit verläuft aber sehr schleichend und deshalb gehen die Meisten erst viel zu spät zum Arzt", warnte Univ. Doz. Dr. Hartmut Zwick, Primar der Abteilung für Atmungs- und Lungenerkrankungen im Krankenhaus Lainz. "Deswegen fordern wir Experten eine regelmäßige Kontrolle durch die so genannte Lungenfunktionsanalyse, damit wir diejenigen Patienten erreichen, die noch nicht an den typischen Symptomen leiden." "GOLD hat sich zum Ziel gesetzt, ein optimiertes Management bezüglich Prävention, Diagnose und Therapie von COPD zu etablieren", erklärte Kummer. Wichtigstes Ziel von GOLD sei die Verlangsamung der Progression der Erkrankung, die Linderung der Symptomen, die Verbesserung der Belastungstoleranz, die Steigerung der Lebensqualität, die Prävention und Behandlung von Komplikationen bei COPD sowie die Senkung der Mortalität, so der Mediziner. Therapie Für die Therapie von COPD sehen Mediziner die selben bronchialerweiterten Medikamente wie bei Asthma vor, jedoch sei das oberste Gebot bei der Krankheit, nicht zu rauchen, erklärte Kummer. "Weiters wird die Therapie mit Schulung des Patienten, sportlicher Betätigung, richtige Ernährung, Atemphysiotherapie, psychosoziale Hilfe und eventuelle Unterstützung durch Sauerstoffzufuhr ergänzt", sagte der Pulmologe. Die Symptome von COPD-Patienten konnten durch diese Maßnahmen deutlich nachgewiesen werden. "Je schlechter jemand trainiert ist, desto besser ist er trainierbar", so auch Zwick. Während COPD im Jahr 1990 noch an sechster Stelle in der Todesursachenstatistik rangierte, sei zu erwarten, dass sie in den kommenden 20 Jahren an die dritte Stelle vorrückt, erläuterte der Lainzer Lungenarzt Univ.-Doz. Dr. Helmuth Rauscher. "Die Sterblichkeit an COPD ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten um 70 Prozent gestiegen. In den USA ist die Krankheit schon heute die viert häufigste Todesursache." (APA)