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Foto: Reuters/Ahmed Jadallah
London - Palästinensische Befehlshaber haben einem britischen Pressebericht zufolge mit den Vorbereitungen auf einen möglichen umfassenden israelischen Militärschlag begonnen. Die vom Fachverlag Jane's herausgegebene Publikation "Foreign Report" berichtete am Donnerstag, in der vergangenen Woche seien verantwortliche palästinensische Militärs über Maßnahmen gegen eine Offensive der israelischen Armee informiert worden. In dem offiziellen Rundschreiben werde angeordnet, dass ab sofort "tausende Brandbomben" unter "fachkundiger Anleitung" vorbereitet werden sollten. Zudem sollten Handgranaten und Sprengstoffgürtel für "hunderte" von jugendlichen Selbstmordattentätern bereit gestellt werden, die sich den vorrückenden Truppen entgegenstellen sollten. Hauptstraßen sollten im Angriffsfall mit alten Autos und Felsen blockiert werden, zitierte das Blatt weiter. Dem Rundschreiben zufolge sind palästinensische Kämpfer angehalten, Munition zu sparen: So sei es strikt verboten, mit leichten automatischen Waffen auf Panzer zu schießen, die dagegen ausschließlich mit "geeigneten Waffen" angegriffen werden dürften. Palästinensische Vorauskommandos sollen demnach aus Kämpfern gebildet werden, "die bereit sind, ihr Leben zu opfern". Zudem müsse umgehend damit begonnen werden, medizinisches Material zu sammeln sowie Lebensmittel in Bunkern zu deponieren. In der vergangenen Woche hatte "Foreign Report" berichtet, im israelischen Kabinett sei ein Plan zur vollständigen Zerschlagung der palästinensischen Autonomiebehörde diskutiert worden. Der Plan sehe vor, praktisch alle 40.000 palästinensischen Sicherheitskräfte zu töten oder in Lagern zu internieren. Innerhalb von vier Wochen sollten in einem Feldzug die Palästinensergebiete zurückerobert werden. Außenminister Shimon Peres hatte die Existenz eines derartigen Plans daraufhin nicht dementiert, sondern die Erörterung im Sicherheitskabinett entschieden bestritten. Am Mittwoch hatte die israelische Armee ihre Truppen im Westjordanland verstärkt, was Spekulationen um eine bevorstehende Offensive genährt hatte. (APA/AP)