Innsbruck - Die Tiroler Wasserkraftwerke AG (Tiwag) rechnet im Jahr 2002 mit Strompreiserhöhungen von zehn bis 20 Prozent im österreichischen Industriesektor und Großhandel. Durch den "radikalen Wettbewerb" der Anbieter sei der Energiepreis zusammengebrochen und mit derzeit 22 bis 28 Groschen/kWh "zu niedrig". Für die Tiwag sei diese Entwicklung jedoch "positiv", da sie zu rund 80 Prozent selbst Strom produziere und nur "wenig" zukaufen müsse, erklärte Vorstandsdirektor Herbert Hönlinger. Zu Beginn der Liberalisierung des Strommarktes im Jahr 1999 sei es zu massiven Preisrückgängen bei Industrie und Großhandel gekommen. Das Wettbewerbsniveau in Österreich habe sich insgesamt zwischen 25 bis 55 Groschen/kWh eingependelt. Unter einem Strompreis von 35 bis 38 Groschen/kWh könne jedoch "nicht produziert werden", teilte der Tiwag-Chef mit. Trendwende ab März wurde verschlafen Bereits ab Herbst diesen Jahres würden "reine Zukäufer", ohne eigene Stromproduktion, mit ersten Preissteigerungen konfrontiert werden. Verschiedene österreichische Anbieter hätten das bisher "übersehen". Die "Trendwende ab März müssen etliche verschlafen" haben, erklärte Hönlinger. Die Liberalisierung habe auch die Tiwag "schwer getroffen", die jetzige Entwicklung spiele dem Unternehmen aber "in die Hände". Der deutsche Markt beginne sich bereits wieder "zu stabilisieren". Sollte sich das auch weiterhin so entwickeln, werde die Tiwag ihren Strom künftig verstärkt nach Deutschland verkaufen, auch Italien sei "preislich interessant". Im Osten Österreichs werde dann jedoch weniger abgesetzt. Die Tiwag habe sich jedenfalls "genügend Zusatzpotential gesichert, um mögliche Verluste zu kompensieren", sagte Hönlinger. (APA)