Wien - "Völlig überraschend" kam die Rücktrittsankündigung des Tiroler ÖVP-Obmannes LHStv. Ferdinand Eberle für den Klubobmann seiner Partei, Andreas Khol. Es sei nicht erkennbar gewesen, dass Eberle einen Antrag zur Banken-Holding mit der Südtiroler Hypo mit seiner eigenen politischen Zukunft verknüpfen werde, sagte Khol auf Anfrage der APA. Er glaubt aber nicht an die Endgültigkeit dieses Schrittes. "Eberle hat aus nervlicher Überreizung reagiert, er wird beim nächsten Parteitag wieder kandidieren", ist Khol überzeugt. Der Klubobmann steht in der Bankenfrage klar auf der Seite des Landeshauptmannes Wendelin Weingartner, der eine Holding befürwortet. Khol hat in den vergangenen Monaten immer wieder an Sitzungen der Tiroler Volkspartei teilgenommen und war um Schadensbegrenzung bemüht, denn - so Khol - "der Schaden trifft nicht nur die ÖVP sondern ganz Tirol". Auch am Freitag war Khol in Innsbruck. Er wollte "einen Weg ins Freie aufzeigen" und hat einen Vermittlungsversuch gestartet, um einen Waffenstillstand zu erreichen, damit beide Seiten, Eberle und Weingartner, doch noch eine gemeinsame Linie finden können. Über diesen Antrag sei aber gar nicht abgestimmt worden, berichtete Khol. "Polarisierung ist nicht unüberwindbar" Beide Parteien, Eberle und Weingartner, glauben, über die Bank-Frage auch die Führungsfrage entscheiden zu können. Über diese Polarisierung ist Khol bestürzt. "Es geht auch um unsere Beziehung zu Südtirol. Man kann nicht nur in schön-Wetter-Phasen für das gemeinsame Tirol eintreten und dann, wenn es um eine wirtschaftliche Einheit geht, von einer 'walschen Bank' sprechen". Aber, so Khol zuversichtlich, "die Polarisierung ist nicht unüberwindbar". Das politische Match in der Tiroler ÖVP wird letztlich zwischen Weingartner, Eberle, Bürgermeister Herwig Van Staa, aber auch Landtagspräsident Helmut Mader - laut Khol eine "Integrationsfigur" - entschieden. Wer sein Favorit zur Führung der Landespartei ist, will sich Khol nicht festlegen. "Ich habe aber seinerzeit aus voller Überzeugung Ferdinand Eberle gewählt", ergänzte er. (APA)