Bregenz - Mit einem klassisch-romantischen Programm haben am Montag Abend die Orchesterkonzerte der diesjährigen Bregenzer Festspiele begonnen. Kent Nagano debütierte beim ersten Orchesterkonzert im Festspielhaus am Pult der Wiener Symphoniker mit bekannten Werken von Joseph Haydn und Anton Bruckner. Zuletzt gab es herzlichen und ausdauernden Beifall für Nagano und die Symphoniker. "Abschiedssymphonie" Paradoxerweise im ersten Teil des Konzertabends führte Nagano Joseph Haydns so genannte "Abschiedssymphonie" (Symphonie Nr. 45) auf, einschließlich des finalen Weggangs der meisten Musiker. Der international bereits arrivierte amerikanische Dirigent japanischer Abstammung dirigierte feinnervig und ohne Schnörkel, die Streicher des Bregenzer "Hausorchesters" konnten ihre Qualitäten entfalten. Blech und Streicher Prägend für den außergewöhnlichen Konzertabend war jedoch die monumentale Siebente Symphonie von Anton Bruckner. In der konzentrierten Interpretation von Kent Nagano wurde die Architektur des Bruckner'schen Tongebäudes gleichermaßen sensibel-feingliedrig als auch kraftvoll-kantig bis zum Finale aufgebaut. Der erst nach kurzer Ergriffenheit einsetzende verdiente Schlussjubel galt dem Dirigenten ebenso wie sämtlichen Registern der Symphoniker - vom grandiosen Blech bis zu den hervorragenden Streichern. Giuseppe Verdi Im zweiten Orchesterkonzert am 30. Juli spielen die Wiener Symphoniker unter Marcello Viotti. Das Programm des Abends steht mit der Aida-Ouvertüre, Ballettmusik aus der "Sizilianischen Vesper" und den "Vier Jahreszeiten" sowie "Vier geistlichen Stücken" ganz im Zeichen des 100. Todesjahres von Giuseppe Verdi. Das dritte Orchesterkonzert der Symphoniker leitet der britische Dirigent Ivor Bolton. Für sein Debüt bei den Bregenzer Festspielen hat Bolton ein klassisches Programm ausgewählt: Beethovens Ouvertüre zum Ballett "Prometheus", Schuberts Erste Symphonie und Mozarts "Prager Symphonie". Komplettiert wird das Konzertprogramm der Festspiele mit zwei Matineen: Am 12. August gastiert das Tschaikowsky Symphonie Orchester Moskau unter Vladimir Fedosejev mit Tschaikowskys "Nussknacker" Suite und Mussorgskys "Bildern einer Ausstellung". Im Mittagskonzert am 19. August spielt das Symphonieorchester Vorarlberg unter seinem Chef Christoph Eberle Werke von Saint-Saens, Francaix und Tschaikowskys "Vierte". (APA)