Bonn - Nach der Bonner Gipfeleinigung auf ein Abkommen zum weltweiten Klimaschutz sind Zweifel aufgetaucht, ob Russland trotz seiner Zustimmung das Kyoto-Protokoll tatsächlich akzeptieren will. Der Sprecher des deutschen Umweltministeriums, Michael Schroeren, bestätigte am Dienstag solche Berichte nicht. Russland habe sich auf der Klimakonferenz ausdrücklich zum Kyoto-Protokoll bekannt. Ohne Russland könnte nach der Abkehr der USA das Kyoto-Abkommen von 1997 nicht in Kraft treten. Aus EU-Delegationskreisen hieß es am Rande der UNO-Klimakonferenz in Bonn, die russische Delegation sei zum Teil uninformiert über den jeweiligen Verhandlungsstand gewesen. Sie habe außerdem die Bedeutung des Gipfels offenbar unterschätzt und nicht einmal einen Minister entsandt. Regierungsbeamte begannen unterdessen in Bonn mit komplizierten Arbeiten an juristischen Details. Damit soll die Konferenz mit Delegierten aus rund 180 Ländern ohne Minister bis Freitag auf Arbeitsebene auslaufen. Für Ende Oktober wird bereits der nächste Klimagipfel in Marrakesch (Marokko) vorbereitet. Das Bonner Abkommen schafft die Voraussetzung dafür, dass das Kyoto-Protokoll ratifiziert werden kann. Es ist aber noch nicht abzusehen, wann dies in den einzelnen Ländern geschieht. Erst dann kann das Protokoll völkerrechtlich verbindlich werden. (APA)