Die internationalen Vermittler in Mazedonien, James Pardew und Francois Leotard, haben am Freitag einen neuen Anlauf unternommen, um die Konfliktparteien in Mazedonien zur Wiederaufnahme von Friedensgesprächen zu gewinnen. Beide trafen zunächst den mazedonischen Präsidenten Boris Trajkovski, um über einen Hauptstreitpunkt, den künftigen Status der albanischen Sprache, zu beraten. Gespräche über die Bildung einer lokalen Polizeitruppe in mehrheitlich von Albanern bewohnten Gebieten sollten den Unterhändlern von Mazedoniern und Albanern überlassen werden, hieß es aus Regierungsquellen in Skopje. Geplantes Treffen verzögert Ein für Freitag geplantes Treffen der Unterhändler beider Konfliktparteien in der nordwestlichen Stadt Tetovo verzögerte sich. Aus Regierung und Präsident in Skopje nahestehenden Kreisen hieß es, es werde am Freitag zu keiner Wiederaufnahme der Gespräche mit den Albanern kommen. Die mazedonische Seite meldete Sicherheitsbedenken gegen Verhandlungen in der Albanerhochburg an, nachdem es neue Schießereien im Umfeld der Stadt gegeben hatte. Mazedonische Unterhändler schlugen daraufhin ein Treffen am Samstag in der südlichen Stadt Ohrid vor. EU und NATO hatten am Donnerstag eine Einigung auf die neuen Friedensgespräche vermittelt. Brüchige Waffenruhe Die brüchige Waffenruhe in Mazedonien wurde am Freitagvormittag nach übereinstimmenden Berichten weitgehend eingehalten. Das Verteidigungsministerium in Skopje gab bekannt, dass es nur vereinzelte Schießereien im Umkreis von Tetovo im Nordwesten und bei Kumanovo im Norden des Landes gegeben habe. Durch NATO-Vermittlung hatte sich die UCK am Vortag bereit erklärt, die in den letzten Tagen in der Stadt Tetovo eroberten Stellungen zu räumen. Die neuen Verhandlungen sollen in Tetovo stattfinden, der zweitgrößten Stadt des Landes und Hochburg der albanischen Volksgruppe. US-Terrorabwehreinheit nach Skopje Die USA schicken eine 50-köpfige Terrorabwehr-Einheit nach Skopje, wie der Sprecher des Außenministeriums, Philip Reeker, in Washington mitteilte. Wütende slawische Demonstranten hatten die Botschaften der USA, Deutschlands und Großbritanniens Dienstag und Mittwoch mit Steinen beworfen. Sie protestierten gegen eine von ihnen empfundene Begünstigung der albanischen Seite in dem Konflikt durch die westlichen Vermittler. Der Mazedonien-Beauftragte der EU, Francois Leotard, und der US-Gesandte James Pardew trafen am Freitag mit dem mazedonischen Staatspräsidenten Boris Trajkovski zusammen, um den Rahmen für die neuen Gespräche abzustecken. Einer der Hauptstreitpunkte dürfte die Anerkennung der albanischen Sprache als zweite Staatssprache sein. (APA/dpa/Reuters/AP)