Das neue Microsoft -Betriebssystem Windows XP sieht sich neuer Kritik ausgesetzt. Datenschutzinitiativen in den USA reichten am Donnerstag Beschwerde bei der Handelsaufsichtsbehörde FTC gegen Windows XP ein, das am 25. Oktober auf den Markt kommen soll. Das Informationszentrum für den Elektronischen Datenschutz mit Sitz in Washington sowie zwölf andere Organisationen werfen Microsoft vor, mit "unfairen und trügerischen" Praktiken persönliche Daten von Nutzern erlangen zu wollen. Ein wesentliches Konstruktionsmerkmal Die Beschwerde bezieht sich auf die Produkte "Passport", "Wallet" und "HailStorm", die in Windows XP integriert sind. Diese Systeme speichern persönliche Daten wie Passwörter und Kreditkartennummern, so dass der Nutzer sie nicht ständig neu eingeben muss, wenn er im Internet von einer Website zur anderen surft. Microsoft-Sprecher Jim Cullinen wies die Kritik der Datenschützer zurück. Die Sicherheit der Privatsphäre sei wesentliches Konstruktionsmerkmal von Windows XP, betonte er. Änderungen angekündigt Microsoft hatte wegen Kritik an anderen Elementen schon mehrfach Änderungen an Windows XP angekündigt. So soll die Internet-Zugangssoftware Explorer entgegen den ursprünglichen Planungen vollständig von den Computern entfernt werden können. Damit reagierte der Konzern auf den juristischen Streit mit den US-Kartellrechtsbehörden, die Microsoft Missbrauch seiner Markt beherrschenden Stellung im Bereich der Betriebssysteme vorwerfen. Klagen Der Einbau des Explorer in die Betriebssysteme der Windows-Familie war Auslöser für die von der US-Regierung und einer Reihe von US-Bundesstaaten erhobene Kartellrechtsklage gegen Microsoft gewesen. Im Juni kippte ein Berufungsgericht die Anordnung eines Bundesrichters, wonach der Konzern deswegen in zwei Teile aufgespalten werden sollte. Die Richter bestätigten zwar, dass Microsoft gegen das Kartellrecht verstoßen habe. Diese Verstöße seien aber nicht so weit gegangen, wie dies von dem Bundesrichter entschieden. Nun muss der Fall neu geprüft werden. (APA)